Aufruf und Hintergrundinformationen zur Kundgebung am 15. August gegen die AfD

Gastbeitrag #KeinViertelFürAusgrenzung in Kooperation mit Antifaschistischer Initiative Löbtau

“Der Wahlkampf ist in vollem Gange. Die Wahlforen laufen, Plakate über Plakate pflastern die Laternenmasten und Parteien buhlen mit Wahlversprechen um Wähler und Wählerinnen. Auch die AfD erhöht ihre Aktivitäten im Vorfeld der sächsischen Landtagswahl. Am Donnerstag, den 15.08.2019, soll deshalb eine Wahlkampfveranstaltung am Amalie-Dietrich-Platz in Dresden-Gorbitz stattfinden. Neben dem Vorsitzenden der sächsischen AfD, Jörg Urban, werden auch die Bundestagsabgeordneten Gottfried Curie und Sebastian Münzenmaier als Redner angekündigt. Es ist also davon auszugehen, dass es sich bei der Veranstaltung nicht nur um einen kleinen Wahlkampfstand handelt, sondern diese als größere Kundgebung geplant ist.  […]

Wir hoffen am 15. August mit euch gemeinsam ein Zeichen für eine solidarische Gesellschaft ohne Ausgrenzung und Rassismus setzen zu können. Kommt am 15. August um 16:30 Uhr zum Conertplatz. Von dort aus werden wir mit einem Demonstrationszug zum Amalie-Dietrich-Platz laufen und bei einer abschließenden Kundgebung unsere Kritik an der Politik der AfD und den gesellschaftlichen Verhältnissen zum Ausdruck bringen.

Gemeinsam! Solidarisch! Unteilbar!

[Gesamter Artikel ist hier zu lesen]

Danach lohnt sich die gemeinsame Anreise zum AZ Conni, dort werden wir um 20 Uhr Männlichkeit in die Tonne treten und dem spannenden Beitrag von Jochen König lauschen!

 

Gastbeitrag zum internationalen Hurentag

Heute ist der internationale Hurentag  – am 2. Juni 1975 besetzten mehr als 100 Prostituierte eine Kirche in Lyon, um gegen Gewalt, unaufgeklärte Morde und die Repression der Polizei zu protestieren.

Wir senden Grüße an die Parade in Berlin und freuen uns, zu diesem Anlass einen Text der Initiative Sex Workers Solidarity hier vorab veröffentlichen zu dürfen. Es ist ein Beitrag zum Sammelband “Feministische Perspektivne auf Sexarbeit”, der dieses Jahr im Unrast Verlag erscheinen wird.

Organizing Sex Workers

ein feministischer Weg gegen Diskriminierung, schlechte Arbeitsbedingungen und Ausbeutung

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§219a im Bundestag – PM vom Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung

Papier der Bundesregierung zu § 219a gibt Positionen radikaler Abtreibungsgegner wieder und führt die Entmündigung von ungewollt Schwangeren, Ärzt*innen und Beratungsstellen fort

Berlin, 13.12.2018 – Am 12. Dezember legten Katarina Barley (SPD), Franziska Giffey (SPD), Jens Spahn (CDU) und Helge Braun (CDU) ein Eckpunktepapier zur „Verbesserung der Information und Versorgung in Schwangerschaftskonflikten“ vor.

Hierzu erklärt Ines Scheibe, Sprecherin des Bündnisses und selbst in der Schwangerschaftskonfliktberatung tätig: „Wir als Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung (BfsS) kritisieren das Eckpunktepapier aufs Schärfste, da die vorgeschlagenen Maßnahmen die Situation von Ärzt*innen, Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen und ungewollt Schwangeren insgesamt nicht verbessern werden. Die vorgesehenen Maßnahmen tragen im Gegenteil zu einer zusätzlichen Stigmatisierung von Schwangerschaftsabbrüchen und ungewollter Schwangerschaften bei. Vor diesem Hintergrund ist die versprochene Herstellung von Rechtssicherheit für Ärzt*innen durch eine Ergänzung des § 219a StGB scheinheilig.“ Continue reading

Gastbeitrag: Lasst Betroffene nicht allein!

Wir veröffentlichen hier einen aktuellen Text (PDF) einer Gruppe von Frauen aus Dresden. Er kritisiert nicht nur eine relevante Fehlstelle solidarischer Praxis in der linken Szene, sondern zeigt auch Schritte zu einem besseren Umgang mit sexuellen Übergriffen auf.

Insgesamt werden hier einige wichtige Fragen aufgeworfen, mit denen sich e*vibes auch seit längerem beschäftigt. Wir planen für das kommende Frühjahr eine Veranstaltungsreihe zum Thema sexualisierte Gewalt (als gesamtgesellschaftliches Problem, aber auch als eines der “linken Szene”). Wir hoffen dadurch, sowohl den Diskurs als auch die Praxis weiter voran bringen zu können. Unser erklärtes Ziel ist es, dass Aufrufe wie der folgende nicht mehr gebraucht werden, dazu erklären wir unsere Solidarität mit den Verfasserinnen!

 

Lasst Betroffene nicht allein!

Ein Beitrag zur Aufarbeitung sexueller Übergriffe in der Dresdner Linken

verfasst von einer Gruppe solidarischer Frauen.

Profeministische Standpunkte werden in linken Kontexten meist fleißig nach außen getragen, wodurch es scheint, als seien die wichtigsten Inhalte in der „Szene“ verinnerlicht und würden allein durch die richtig verwendeten Slogans deutlich gemacht.

Wie wenig davon jedoch tatsächlich von Einzelnen verstanden wurde, zeigt sich dann letztlich im gemeinsamen Wirken und politischen Miteinander linker Zusammenhänge. Wenn sich z. B. sexualisierte Übergriffe in linken Gruppen ereignen, offenbart sich, dass sicher geglaubte Mindeststandards keineswegs zur Anwendung kommen.
Theoretisch fundierte Praxen geraten aus dem Blick, Emotionalität gewinnt die Oberhand und die oft beschworene Solidarität wird zu einer Waffel.
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Making feminism a threat… again!

Diesen Text von …ums Ganze! möchten wir gerne mit euch teilen:

Seit Silvester gibt es eine öffentliche Debatte um die Sicherheit von Frauen vor sexuellen Übergriffen. Feministische Forderungen werden dabei vereinnahmt, um einer rassistischen Argumentation Vorschub zu leisten. Für uns ist klar: sexualisierte Gewalt ist ein wichtiges Thema und ein großes Problem, das auch unabhängig von dieser Nacht und in anderen Zusammenhängen diskutiert werden muss.
Vor allem Frauen* sind Opfer häuslicher Gewalt. Sexuelle Übergriffe finden vorrangig im eigenen Umfeld statt und die Täter kommen aus dem Familien- und Bekanntenkreis. Frauen* of colour, Frauen mit Beeinträchtigungen, illegalisierte Frauen*, geflüchtete Frauen*, Trans*Personen und queere Menschen sind wesentlich häufiger von Gewalt, Unterdrückung und Ausbeutung betroffen als weiße cis-Frauen. In den Medien wird das viel zu selten thematisiert und gesellschaftlich haben die Forderungen all dieser Frauen* zu wenig Relevanz.
Deshalb stehen wir für einen Feminismus, der Kämpfe verbindet.
Medial ging es vor allem um die Frage der Herkunft der Täter und die Maßnahmen die Frauen* treffen können, um sich besser zu „schützen“. Sexismus wurde ein weiteres Mal verharmlost, weil er auf sexuelle Übergriffe durch „Fremde“ reduziert wurde, vor dem Frau* sich schützen kann (und muss).
Sexismus in Deutschland hat viele Formen und findet auf unterschiedlichen Ebenen statt. Patriarchale (männlich dominierte) Strukturen verharmlosen Übergriffe, erleichtern die Ausbeutung von Frauen* und erhalten eine zweigeschlechtliche Ordnung, in der es nur männlich und weiblich gibt.

Feministische Kämpfe führen

Feminismus muss antirassistisch bleiben und sich gegen Ungleichheit, Unterdrückung und Ausbeutung von Frauen* in Deutschland und weltweit einsetzen! Sexualisierte Gewalt ist überall und jederzeit zu skandalisieren und Patriarchat als Herrschaftsstruktur zu entlarven und abzuschaffen! Geschlechterverhältnisse müssen aufgelöst und gewaltvolle Durchsetzung von Zweigeschlechtlichkeit verhindert werden.
Wir müssen gemeinsam lokalen- und globalen Ausbeutungs- und Unterdrückungsverhältnissen entgegentreten und uns gegen die Instrumentalisierung unserer Forderungen wehren.
Das können wir nur gemeinsam tun; indem wir dieses Jahr gleich dreimal gemeinsam mit euch auf die Straße gehen!

Anlässlich des 8. März gibt es in diesem Jahr drei Demonstrationen in Berlin, Leipzig und Köln, zu denen auch …ums Ganze aufruft, und aus unterschiedlichen Städten mobilisiert.
Also, schnappt eure Freund_innen, holt euch Bustickets und fahrt gemeinsam mit uns zu:

1. Make feminism a threat – gemeinsam im linken, radikalen, queeren und feministischen Block auf der Frauen*kampftagsdemo am 6. März um 12 Uhr in Berlin, Treffpunkt Rosa-Luxemburg-Platz.
Gemeinsame Anreise mit dem Bus aus: Hannover

2. Feministischer Kampftag in Leipzig – Solidarität mit allen emanzipatorischen Kämpfen weltweit! Auf zur feministischen Revolution! Demonstration, 12.03.2016 in Leipzig, Treffpunkt Otto-Runki-Platz um 14 Uhr.

Aufruf: http://12maerzleipzig.blogsport.de/
Gemeinsame Anreise aus: Dresden

3. Unser Feminismus ist antirassistisch – Reclaim feminism! Bundesweite Demonstration am 12.03.2016 in Köln, Treffpunkt Roncalli-Platz, Kölner Dom um 13 Uhr.

Aufruf: https://antifa-ak.org/frauenkampftag-2016-in-koeln/
Gemeinsame Anreise aus: Berlin, Göttingen, München und Frankfurt

…see you there!

 


*: Das Sternchen soll Raum für eine Positionierung jenseits von Zweigeschlechtlichkeit lassen.
cis: Als Cis-Mann/Cis-Frau werden diejenigen bezeichnet, deren Geschlechtsidentität dem Geschlecht entspricht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde.

Bekennerinnenschreiben “Punk ist dann tot, wenn er ein beschissener Männerverein ist.”

Uns wurde per Mail folgendes Schreiben mit der Bitte um Veröffentlichung zugespielt. Dieser Bitte kommen wir gern nach:

“Ich möchte mich dazu bekennen, was ich getan habe und erklären, was das sollte. Bei Bekennerinnenschreiben denkt man gleich an strafrechtlich relevante Handlungen, in diesem Fall war es keine. Eigentlich eine ganz einfache Geschichte, aber so einfach fand ich es gar nicht. Also:

Am Freitag, 11.12.2015 fand die Klatschcafé-Soliparty statt. Das Klatschcafé ist eine super Sache, und außerdem wollte ich das letzte Konzert von Mengenrabatz nicht verpassen. Was ich gemacht habe: Ich ging zwischen zwei Songs auf die Bühne und sagte durchs Mikro: “Punk ist dann tot, wenn er ein beschissener Männerverein ist. Auf der Bühne; und vor der Bühne.”
Was war passiert, warum diese Intervention? Eigentlich nichts Besonderes, und das ist auch schon Teil des Problems: Continue reading