Feministisch Lesen// Gartenedition

Könnt ihr euch noch an den Text erinnern, der in euch Feuer und Flammen entfacht hat, oder das Buch, das euch von der älteren Schwester empfohlen wurde und das ihr selbst nun immer wieder weiterempfehlt?

Nervt es euch, dass bestimmte Autorinnen nie Beachtung finden oder wollt ihr an vergessene Koryphäen erinnern?

In unserer Reihe “Feministisch lesen” wollen wir in gemütlicher Atmosphäre Texte von, mit und über Feministinnen lesen, besprechen und vielleicht sogar bestreiten. Wir wollen rumhängen und palavern, debattieren und uns – mal anders – kennenlernen.

Dieses Mal treffen wir uns im Großen Garten (am Eingang gegenüber vom Stadion an den Bänken) und werden uns ein paar Passagen von Hedwig Dohms Novelle “Werde die du bist” anhören. Hierin wirft das Tagebuch der Agnes Schmidt Fragen um weibliche Identität auf. Für wen? “Ja – für die Andern – die andern Frauen.”

Bringt euch eine Decke, Foods and Drinks zum Sharen und Caren und Lust auf Austausch mit.

Wann: 19.07.2020// 15 Uhr

Unterschiedliche Bedürfnisse anerkennen

Kürzlich hat unsere Interessiertengruppe e*space diesen Artikel für die Jungle World geschrieben. Hier als PDF: Unterschiedliche Bedürfnisse anerkennen

Forderung nach einer dauerhaften ­Beschäftigung mit sexualisierter Gewalt

Viel zu oft setzen sich Linke erst mit Sexismus innerhalb ihrer Strukturen
auseinander, wenn wieder einmal ein Vorfall öffentlich wird. Es braucht
langfristige Konzepte für den Umgang mit Gewalt und Über­griffen, um aus
Fehlern zu lernen und Kurzschlusshandlungen zu vermeiden.

Der Umgang mit sexualisierter Gewalt in linken Räumen
ist umstritten. Bettina Wilpert hinterfragte gängige Konzepte zur Bewältigung des
Problems kritisch (Sanktionen allein helfen nicht – Jungle World 23/2020), Bilke Schnibbe plädierte dafür, eigene ­Widersprüchlichkeiten auszuhalten (Nutzlose
Täterarbeit in linken Gruppen – Jungle World 24/2020), und die Gruppe ff forderte
eine Reflexion linker Männlichkeit ein (Cis-Typen, macht euch verletzlich! – Jungle
World 25/2020).

Um die Frage zu beantworten, wie ein sinnvoller Umgang mit sexualisierter Gewalt
innerhalb der Linken aussehen soll, müssen wir uns erst einmal alle selbst eingestehen,
dass Sexismus genauso wie Rassismus und damit verbundene Übergriffe
gesamtgesellschaftliche Probleme und somit auch von uns internalisiert sind. Deshalb
braucht es eine dauerhafte Beschäftigung mit diesen Phänomenen. Diese sollte auf vier
Ebenen stattfinden: eine generelle Sensibilisierung für verinnerlichte Ideologien der
Ungleichheit und Förderung von Selbstreflexion; Aufbau von Strukturen zur Unterstützung
von Betroffenen; Weiterentwicklung von Konzepten zur transformativen Arbeit mit
Ausübenden von Gewalt und Diskriminierung; und nicht zuletzt Kämpfe um
gesamtgesellschaftliche Veränderungen, damit Menschen in Zukunft hoffentlich weniger
zu gewalttätigen »misogynen Arschlöchern« (Jungle World 24/2020) werden. Continue reading

Queers For Evacuation!

Mit vielen anderen Menschen, Initiativen und Gruppen haben wir uns als Queers For Evacuation zusammengefunden und unsere Forderungen in folgendem Brief zusammengefasst:

Sehr geehrte Doris Achelwilm, Jens Brandenburg, Karl-Heinz Brunner, Sven Lehmann, Ulle Schauws, Alexander Vogt,

als queere Institutionen, Künstler*innen und Engagierte schreiben wir Ihnen als den queerpolitischen Sprecher*innen und Interessenvertretungen der demokratischen Parteien. Gerade weil viele von uns als lesbische, bisexuelle, schwule, trans*, inter* und queere Menschen Erfahrungen von Gewalt und Diskriminierung machen mussten und weil wir wissen, wie schwer es ist die eigenen Rechte erkämpfen zu müssen, stehen wir an dieser Stelle für Solidarität ein. Solidarität ist für uns universal. Sie hört weder an den deutschen noch an den europäischen Grenzen auf. Sie endet nicht bei der Geschlechtsidentität oder der sexuellen Orientierung. Wir wollen mit diesem offenen Brief aber konkret unsere Solidarität mit geflüchteten Menschen und Menschen auf der Flucht ausdrücken und fordern sichere Fluchtwege und eine menschenwürdige Unterbringung von Geflüchteten. Aus diesem Grund schließen wir uns als #queers4evacuation zusammen.

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Schweigemarsch in Corona-Zeiten

Vorab als Lesetipp der Artikel Informationen über „Pro Choice“ statt „Marsch für das Leben“ in Annaberg-Buchholz bei den Alternativen Dresden News.

Statt einer Demonstration im Erzgebirge gab es dieses Wochenende verschiedene Aktionen rund um reproduktive Rechte.

Den Tag über gab es beim Coloradio Dresden eine Radiosendung, welche ihr gerne noch nachhören könnt. Wir dazu den Beitrag “Reaktionäre Randale gegen Reproduktive Rechte” (mp3) beigesteuert. Darin wird skizziert, wie die AfD als parlamentarischer Arm der AbtreibungsgegnerInnen die Angriffe auf reproduktive Rechte verstärkt, und wie diesen begegnet werden kann. Continue reading

#feministashell

Anlässlich des Internationalen Tages für Frauengesundheit am 28. Mai und Pfingsten als christliches Hochfest, startet das Feminist As Hell Bündnis, ein Zusammenschluss verschiedener Pro Choice Gruppen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Aktionstage unter dem Motto „#AbortioninCrisis – Schwangerschaftsabbruch in der Krise“. 

Im Zuge der Aktionstage vom 28. Mai bis 1. Juni 2020 machen wir auf die schwierige Situation ungewollt schwangerer Menschen aufmerksam. Denn trotz jahrelanger Kämpfe wird die Versorgungslage immer schlechter. Mit verantwortlich dafür sind Konservative, (extrem) Rechte oder auch christlich fundamentalistische Akteur*innen, die sich gegen das Recht auf sicheren und legalen Schwangerschaftsabbruch stellen. Auch diese nimmt das Bündnis im Zuge der Aktionstage in den Fokus.

 

Denn antifeministische Narrative und Ideologien radikaler Abtreibungsgegner*innen haben in diesen Tagen Hochkonjunktur und dürfen nicht unwidersprochen bleiben.

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#Feminizid in Sucksn

Gestern, am 26.05.2020 kam der Mordprozess gegen L. Foinard, wegen zweifachen Mordes an seinen Kindern, sowie versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung an seiner Frau zum Abschluss. 
Er wurde zu einer lebenslangen Haft mit der besonderen Schwere der Schuld verurteilt. 

Ca 20 Personen präsentierten sich im und vorm Landesgericht Dresden zur Urteilsverkündung um im stillen Protest ihre  Solidarität zu bekunden.

Nur dass wir Frauen und Personen der Zivilgesellschaft mit unserer Anwesenheit sichtbar machen, dass sie [die betroffene Mutter]  als Überlebende nicht allein ist, Anteilnahme erfährt und es nicht vergessen wird.“ (Sylvia B. Müller, Präventionsmanagerin Stalking und Intimpartnergewalt)

Auch wir wollen so unsere Solidarität bekunden, denn: Allein ist die betroffene Mutter nicht. Und wir vergessen nicht. Wir benennen.

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Absage Demo Annaberg-Buchholz

Hallo zusammen,

vor einigen Tagen erreichte uns die Information, dass die Fundis ihren Schweigemarsch, der für den 06.06.2020 in Annaberg-Buchholz geplant war, abgesagt haben. Nach einiger Überlegung haben wir mit den anderen Gruppen im Bündnis Pro Choice Sachsen beschlossen, unseren Protest damit ebenfalls ausfallen zu lassen. Mehr dazu findet ihr hier auf der Website vom Bündnis. Stattdessen wird es von 14 bis 19 Uhr die Radioshow Abtreibung & reproduktive Gerechtigkeit bei Coloradio geben.

Selbstverständlich sind wir froh darüber, dass die Fundis ihren antifeministischen Blödsinn dieses Jahr nicht auf die Straße tragen. Wir sind uns bewusst, dass patriarchale Strukturen in den Köpfen genau wie in der Gesellschaft weiterleben. Unsere Arbeit ist trotz dieser Absage noch nicht beendet.

Für eine emanzipatorische Praxis!

Als kleiner Ausblick könnt ihr euch neben dem Coloradio-Livestream am 6.6. ab 14 Uhr auf weitere Veranstaltungen zu reproduktiven Rechten freuen. Diese findet ihr auf der Facebook Seite von Pro Choice Sachsen.  Und falls ihr enttäuscht seid, weil euch eine Chance entgangen ist, den Fundis mal entgegen zu schreien was ihr von ihnen haltet: der “Marsch für das Leben” am 19.09.2020 in Berlin soll laut der Organisator*innen immer noch stattfinden. Infos zum Protest in Berlin gibt es dann wie immer unter https://whatthefuck.noblogs.org/.

Audiobeitrag am 08. Mai: Mit Mut und List – Europäische Frauen im Widerstand gegen Faschismus und Krieg

Sie haben sich an allen Aktionen des antifaschistischen Widerstands beteiligt, Verantwortung übernommen, besondere Formen der Résistance entwickelt, und selbst mit den Waffen gekämpft. Ob im Kurierdienst, bei der Untergrundpresse, der Fluchthilfe oder der literarischen Resistance: Sie haben für die Werte der Freiheit, des Friedens, der Menschenwürde und der Solidarität gekämpft.

Davon berichtet Doktorin Florence Hervé als Herausgeberin des Buches “Mit Mut und List – Europäische Frauen im Widerstand gegen Faschismus und Krieg” ( Papy Rossa Verlag). Gemeinsam mit weiteren Autorinnen erzählt sie darin von 75 couragierten Frauen aus über 20 verschiedenen Ländern. 8 dieser Geschichten dürfen wir mit euch teilen.
Wir richten vielen Dank dafür an die Autorinnen und den Papy Rossa Verlag für die Möglichkeit der Veröffentlichung.

tack/ multumesc/ ευχαριστώ/ dziękuję/ merci/ благодаря/ takk/ hvala ti

 
Ihr wollt mitlesen? Dann kauft das Buch gleich hier:

Patriarciao-ciao-ciao

***AUFRUF***

Patriarciao

Diese Hymne geht raus – als Kampfansage, als Klagelied, als Aufschrei, als Erinnerung.

Auf dass wir dieses Lied an vielen Orten, mit vielen Stimmen, in vielen Formen und Farben erklingen lassen!

Werdet Laut!
Sucht euch eine Strophe aus oder singt sie alle!
Vertont und verbildert diesen Appell unter #patriarciao!
Tragt diese Verse in die Welt.

Lasst uns ein Fanal entzünden!

Hier findet ihr bisherige Einsendungen

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