Wir müssen reden! Rammstein und Schuldumkehr

Anlässlich der 4 Rammstein-Konzerte in Dresden haben wir uns schon wieder mit sexualisierter Gewalt im Kontext von Machtmissbrauch und Musikindustrie auseinandergesetzt. Dieser Text ist gekürzt auf Flyern erschienen, die mitsamt Broschüren über Hilfsangeboten für Betroffene in der Stadt verteilt wurden. Hier gibt es nochmal die ausführlichere Version.

Wir alle haben von den Vorwürfen gegen Lindemann und andere Bandmitglieder mitbekommen. Was darauf folgte, war fast noch schockierender – eine Flut von Hasskommentaren und Morddrohungen der Fans, die sich an die Betroffenen richteten.

In diesem Text wollen wir einen genaueren Blick darauf werfen, warum viele Fans und auch Teile der Medien so reagieren. Warum wird immer wieder den Opfern die Schuld zugeschoben? Und warum fällt es vielen schwer, insbesondere Fans, den Betroffenen zu glauben? Diesen Fragen gehen wir nach und überlegen am Ende, was sich ändern muss, damit Betroffene in der Öffentlichkeit über ihre Gewalterfahrungen sprechen können, ohne Angst davor haben zu müssen, dass (online) mit Hass und Drohungen darauf reagiert wird.

Was ist passiert?

In jüngster Zeit häufen sich die Vorwürfe gegen Mitglieder der Band Rammstein, an Fällen von sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch beteiligt zu sein. Diese Vorwürfe beinhalten Berichte, wonach junge, zum Teil minderjährige Frauen für die sogenannte “Row Zero” und Aftershowpartys von einem extra dafür zuständigen Team ausgewählt wurden.

Viele Fans zeigen sich beunruhigend solidarisch mit der Band und betonen, dass die fehlende Verurteilung bedeute, dass Rammstein unschuldig sei. In Medien wird von Cancel Culture und sogar einer „Jagd auf Lindemann” gesprochen (FAZ, 04.09.2023).

Auch Sophia Thomalla, Exfreundin Lindemanns, behauptet, die Vorwürfe seien frei erfunden und beschreibt Lindemann als einen „Mann, der Frauen beschützt”. Ihr zufolge würden sich die Frauen nur „auf dem Rücken eines Rockstars für fünf Minuten Ruhm verschaffen” (Berliner Zeitung, 04.09.2023).

Wie dieser Ruhm genau aussehen soll, ist fraglich. Stattdessen erfahren Frauen Hasskommentare in den sozialen Medien von Fans der Band und müssen juristische Konsequenzen fürchten.

Aber warum wird so reagiert?

Schuldumkehr ist hier ein weit verbreitetes Phänomen. Die Umkehrung der Täter-Opfer-Dynamik dient dazu, die patriarchale Gewalt, die von (berühmten) Personen ausgeübt wird, zu verbergen.

In unserem patriarchalen Gesellschaftssystem herrscht ein Machtgefälle zwischen Männern und Frauen. Egal, ob bewusst oder unbewusst, Frauen wird im Allgemeinen weniger geglaubt, egal ob von Gesellschaft oder Justiz.

Dazu kommt, dass es noch schwerer ist, denen zu glauben, die ihr Idol, in dem Fall Till Lindemann oder die Band, kritisieren bzw. angreifen. Als Fan baut man eine Bindung zu seinem Idol auf, ist emotional mit diesem verhaftet und identifiziert sich oft auch selbst mit ihnen. Deshalb fällt es vielen Fans so schwer, die Kritik zuzulassen oder selber zu üben. Den Betroffenen wird dementsprechend nicht geglaubt oder sogar selbst die Schuld gegeben.

Den Frauen Schuld für das zuzuschieben, was sie erlebt haben, indem suggeriert wird, sie hätten es gewollt, oder zu behaupten, sie beschuldigten berühmte Männer wegen des Wunsches nach Aufmerksamkeit, sind grundlegende Aspekte von Frauenfeindlichkeit.

Durch die Flut an Hasskommentaren auf Social Media und das anwaltliche Vorgehen gegen Frauen, die ihre Erfahrungen öffentlich teilen, wird weiteren Betroffenen vermittelt, dass ihnen das Gleiche bevorsteht, wenn sie sich äußern würden. Das bringt Betroffene zum Schweigen.

Auch bei Aussagen wie “Man kann sich ja denken, was auf Aftershowpartys und im Backstage passiert” und “Bei den Texten der Band ist sowas ja keine Überraschung” wird die Schuld den Betroffenen zugeschoben, indem sie implizieren, dass diese Situationen vorhersehbar oder gar selbstverschuldet seien. Dies lenkt von der eigentlichen Problematik ab und entlässt die Täter aus ihrer Verantwortung für ihr Handeln.

Solche Aussagen dienen dazu, das Verhalten der Täter zu legitimieren. Hier muss ganz klar abgegrenzt werden: Die Schuld liegt immer bei der gewaltausübenden Person und nicht bei denen, die der Gewalt ausgesetzt waren.

Was wollen wir?

Wenn man intensiver betrachtet, wie der gesellschaftliche Umgang mit dem Öffentlich Machen sexualisierter Gewalt aktuell aussieht, wird klar, dass es hier sehr dringend einen Wandel braucht. Denn mit jedem weiteren Tag, an dem Betroffenen nicht geglaubt wird, an dem ihnen die Schuld für das gegeben wird, was sie erfahren mussten, an dem sie sich vielleicht sogar selbst schuldig fühlen, vergeht ein weiterer Tag, an dem es die Falschen trifft. Warum sollten sich Personen, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind und potenziell betroffen sein könnten, in Sicherheit bringen müssen? Warum wird ihnen vorgeworfen, nicht gut genug auf sich aufgepasst zu haben?

„40 % der Frauen in Deutschland haben seit ihrem 16. Lebensjahr körperliche und/oder sexualisierte Gewalt erlebt. […] Jede Vierte hat Gewalt durch aktuelle oder frühere Beziehungspartner erlebt.” (bff – Frauen gegen Gewalt e. V.). Es ist davon auszugehen, dass die Dunkelziffer der Gewalt um einiges höher ist. Zur Anzeige gebracht werden kaum Fälle.

Warum scheint es dann so unwahrscheinlich zu sein, dass eine Betroffene tatsächlich sexualisierte Gewalt erlebt hat, oder dass tatsächlich die ALLEINIGE VERANTWORTUNG für die ausgeübte Gewalt bei dem liegt, der sie ausgeübt hat und nicht bei der, die sich davor nicht in Sicherheit bringen konnte. Dass man dem eigenen Idol glaubt, ob nun Luke Mockridge, Johnny Depp oder Rammstein, steht hingegen außer Frage.

Dass die Verantwortung für sexualisierte Gewalt endlich bei denen gesehen wird, die wirklich Schuld haben – egal wie prominent sie auch sein mögen – hängt von uns allen ab. Es hängt von uns allen ab, eine Gesellschaft zu schaffen, in der sich Betroffene trauen, sexualisierte Gewalt öffentlich zu machen, egal ob es der Partner, ein Verwandter, ein Freund oder das Idol war, das Grenzen überschritten hat. Eine Gesellschaft, in der man nicht mit einer Welle an Hass und Unglauben rechnen muss, wenn man sexualisierte Gewalt öffentlich macht. In der nicht verzweifelt nach Strohhalmen gegriffen wird, um die Aussagen Betroffener infrage zu stellen.

Es braucht Solidarität, Mitgefühl und Unterstützung für die Betroffenen statt Ignoranz und Schuldumkehr. Es erfordert eine kritische Reflexion darüber, wie unsere Gesellschaft mit sexualisierter Gewalt umgeht und wie wir alle dazu beitragen können, ein Umfeld zu schaffen, in dem solche Übergriffe nicht toleriert werden!

8. Feministischer Klubabend

Wir laden euch am Donnerstag, den 23.05.2024, um 19 Uhr zu unserem achten Feministischen Klubabend ein. Denkt dran, wir sind jetzt mit dem FKA im Zentralwerk (Riesaer Str. 32, 01127 Dresden). Die Räumlichkeiten im Zentralwerk sind barrierearm. Bei Rückfragen zur Zugänglichkeit wendet euch gern an uns.

Am 25.05.2024 versammeln sich in Annaberg-Buchholz wiederholt radikale Abtreibungsgegner*innen, um einen sogenannten “Schweigemarsch” zu veranstalten. Pro Choice Leipzig organisiert dazu eine feministische Gegendemo, um ein Zeichen dagegen zu setzen.
Zu diesem Anlass laden wir, zusammen mit dem Gärtjen, die Antisexistische Aktion München ein. Diese werden ihr Zine “Fundis LOL” vorstellen, welches sich mit Ideologien radikaler Abtreibungsgegner*innen auseinandersetzt. Wir geben außerdem einen kurzen Input zu den Hintergründen des Schweigemarschs in Annaberg-Buchholz. Im Anschluss gibt es Diskussionsraum zum Thema und die Möglichkeit sich zu vernetzen.
Dieses Mal gibt es keine Teilnahmebegrenzung.

Kommt zahlreich, wir freuen uns auf euch!

Diese Veranstaltung wird im Rahmen des lokalen Handlungsprogramm für ein vielfältiges und weltoffenes Dresden von der Landeshauptstadt Dresden gefördert.

7. Feministischer Klubabend

Am Donnerstag, den 25.04.2024 ist es wieder soweit! Wir laden euch alle ab 19:00 Uhr ganz herzlich zu unserem siebten Feministischen Klubabend ein. Mit einer kleinen Veränderung: ab sofort finden unsere Veranstaltungen im Zentralwerk (Riesaer Str. 32, 01127 Dresden) statt.

In der Auseinandersetzung mit Klasse finden sie oft nur Erwähnung, und bei der Thematisierung von Care-Arbeit tauchen sie vor allem als Reinigungs- oder Pflegekraft auf. Es geht um die Arbeiterinnen unserer Gesellschaft. Welche Bedeutung kommt ihnen eigentlich zu? Welche Bilder werden von ihnen im Diskurs gezeichnet? Und wie thematisieren wir die Figur der Arbeiterin in unseren aktuellen feministischen Diskussionen?

Marlen Hobrack bietet mit ihrem Buch „Klassenbeste. Wie Herkunft unsere Gesellschaft spaltet“ Ansätze wie die Klassenfrage aus weiblicher Perspektive zusammen gedacht werden muss. Anhand der Biographie ihrer Mutter, die in der DDR aufwuchs, arbeitete und ihre Kinder erzog, zeigt Marlen Hobrack exemplarisch wie das Stigma der Armut das eigene Leben und Handeln beeinflusst. Sie widmet sich dabei unter anderem den Themen Mutterschaft, sozialem Aufstieg, Klassenkampf und der Frage nach der Existenz des Patriarchats.
Im Anschluss an die Lesung wird es wieder die Möglichkeit geben, Fragen zu stellen und zu diskutieren. Außerdem begrüßen wir den Buchladen König Kurt, bei dem ihr sowohl das Buch von Marlen Hobrack als auch weiterführende Literatur zur Thematik erwerben könnt.

Wir freuen uns auf eine anregende Lesung und den Austausch mit euch!

 

Aufruf zur Demonstration “Feministische Perspektiven erkämpfen und verteidigen!” am 8.März.

Aufruf zur Demonstration “Feministische Perspektiven erkämpfen und verteidigen!” am 8.März.   
Start 15.30 am Carolaplatz, Ende 17 Uhr vor dem Kulturpalast    
Kommt mit uns am 8. März, am feministischen Kampftag, auf die Straße um feministische Perspektiven zu erkämpfen und zu verteidigen!    
Laut aktuellen Umfragen droht über ein Drittel aller wahlberechtigten Erwachsenen in Sachsen eine faschistische Partei zu wählen. Antifeministische Ideologien und Rechtssog gehen Hand in Hand und bedrohen und bekämpfen emanzipatorische Bewegungen. Die bevorstehenden Kommunal- und Landtagswahlen zwingen uns nun mehr denn je dazu, aktiv zu werden.
Ereignisse wie 2020 in Polen zeigen deutlich, wie schnell etwa reproduktive Rechte unter konservativen und rechten Regierungen abgeschafft werden können. Innerhalb kürzester Zeit wurden Gesetze erlassen, die den Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen massiv einschränkten oder unmöglich machten. Entwicklungen wie diese verdeutlichen, dass die Angst vor dem Verlust feministischer Errungenschaften keine irrationale Furcht ist, sondern eine sehr reale Bedrohung darstellt. Und das ist nur ein Beispiel für die drohenden Einschränkungen hart erkämpfter progressiver Rechte.
Antifeminismus ist nicht “einfach nur Kritik” am Feminismus, sondern eine Ideologie, die darauf abzielt, die Gleichstellung der Geschlechter zu verhindern und emanzipatorische Bewegungen zu bekämpfen.  Antifeministische Ideologien fußen unter anderem auf Misogynie, Heterosexismus, Queerfeindlichkeit und Allmachtsphatasien – ein Fundament, dass es zu zerschlagen gilt.   
Lasst uns entschlossen gegen diese rückwärtsgewandte Ideologie vorgehen, heute wie an jedem anderen Tag!    
In einer Zeit, in der wir mit zunehmenden Herausforderungen und Angriffen konfrontiert sind, müssen wir unsere Kämpfe miteinander verbinden. Denn die Angriffe auf emanzipatorische Bewegungen und die rapid zunehmende Verbreitung antifeministischer Ideologien erfordern eine gemeinsame und konsequente Reaktion von uns allen.  Es ist an der Zeit, dass wir uns solidarisch zeigen und uns gegenseitig unterstützen, um eine starke Front gegen jegliche Formen von Ungerechtigkeit und Diskriminierung zu bilden.   
Lasst uns an diesem Tag zusammenkommen, um uns gegenseitig zu bestärken und unsere Wut laut und deutlich auf die Straße zu tragen.  
Für einen kämpferischen 8. März! Für eine kämpferische feministische Bewegung!      

 

5. Feministischer Klubabend

Am 29.02.2024 laden wir euch um 19 Uhr ins Thalia Kino (Görlitzer Str. 6) ein. An diesem Abend werden wir einen Kurzfilmabend veranstalten, der die Perspektiven iranischer Frauen aufgreift.
Im September 2022 löste die Tötung der jungen Kurdin Jina Masha Amini breite Proteste gegen das in Iran regierende Mullah-Regime aus. Auf diese folgten vor Ort eine Welle an Repression und Gewalt. In Deutschland fand das Thema anfänglich starke Aufmerksamkeit, die nach einer kurzen Zeit wieder abebbte, obwohl die unterdrückende und durch Gewalt geprägte Situation von Frauen vor Ort und auch das repressive Vorgehen des Regimes andauern.

Kurzfilm-Programm:

Horn, Regie: Ghasideh Golmakani
There, Regie: Rojin Shafiei

Taxi is here, Regie: Sara Aghababayan
Hanged, Regie: Roqiye Tavakoli

The Toaster I used to live in, Regie: Rojin Shafiei
Spring in Autumn, Regie: Ghasideh Golmakani

(Alle Filme werden im Original mit englischem Untertitel gezeigt.)

Eine Reservierung ist per Mail möglich: email hidden; JavaScript is required (Name + Anzahl der Karten)

Wir freuen uns auf euch!

Werdet feministisch aktiv!

Ihr habt Lust auf feministisches Engagement, Vernetzung und einen offenen politischen Austausch?  

Dann haben wir hervorragende Neuigkeiten für euch: Der Feministische Klubabend sucht Verstärkung! Deswegen laden wir euch ganz herzlich am 29.01.2024 um 18:00 in das Kinder- und Jugendbüro zu einem offenen Plenum und Kennenlernen ein. (Rothenburger Straße 26, 01099 Dresden) 

Einen FKA zu organisieren, macht uns immer sehr viel Spaß, es ist aber auch ziemlich viel Aufwand. Diesen Aufwand können wir momentan auf Grund unserer geringen Personenanzahl nur schwer stemmen. Genau deswegen brauchen wir eure Hilfe. Kommt vorbei, lernt uns und die Struktur hinter dem FKA kennen und engagiert euch langfristig, damit dieses Projekt auch weiterhin regelmäßig und mit spannenden Inhalten stattfinden kann.

Wir freuen uns schon ganz doll auf euch!

Hinweis: Wir wollen als Struktur einen Raum geben, in dem sich vor allem weibliche und queer-geschlechtliche Personen wohlfühlen können. Deshalb haben wir uns dafür entschieden, cis Männer aus unserer Orga-Struktur auszuschließen. 

4. Feministischer Klubabend

Am Donnerstag, den 25.01.2024 ist es wieder soweit! Wir laden euch alle ab 19:00 Uhr zu unserem vierten Feministischen Klubabend im Kaffee Konkurs (Bischofsweg 21, in 01099 Dresden) ein.

Alle Jahre wieder marschieren Nazis rund um den 13. Februar durch die Straßen Dresdens, während die Mitte der Gesellschaft bei der Menschenkette gemeinsam mit Rechten Hand in Hand den Opfermythos über die Bombardierung Dresdens 1945 am Leben hält. Anlässlich dieser Umstände war ursprünglich ein Vortrag zu Frauen in der extremen Rechten geplant. Dieser kann aber leider aufgrund organisatorischer Hürden nicht stattfinden.

Lasst uns den Raum also stattdessen für die gemeinsame Vernetzung nutzen. Nach einem kurzen Mobiblock zu den Geschehnissen Rund um den 13. Februar von Dresden WiEdersetzen – Gedenken abschaffen! wird es die Möglichkeit geben, sich in kleineren Gruppen über Demoerfahrungen sowie Sorgen und Ängste auszutauschen. Wir hoffen außerdem, all diejenigen zu ermutigen, die bisher keine oder wenig Demoerfahrung haben, sich uns anzuschließen und an diesem Abend ihre Fragen, Anliegen und Perspektiven ebenso einzubringen

Das kontinuierliche Erstarken der (extremen) Rechten führt zu einer spürbaren Normalisierung rechter Ideologien. Antifeministische Einstellungen spielen dabei ebenso eine Rolle. Das können und wollen wir nicht unwidersprochen lassen. Lasst uns also dem rechten Gedenken entschlossen antifaschistisch und feministisch entgegentreten.

Wir freuen uns auf euch!

3. Feministischer Klubabend

Am Donnerstag, den 28.12.2023 ist es wieder so weit! Wir laden euch alle ab 16.00 Uhr zu unserem FKA-Winter-Spezial im Kaffee Konkurs ein. Den Nachmittag und Abend wollen wir zum gemeinsamen Filmschauen, Essen und Quatschen nutzen.

Rund um die Weihnachts-Feiertage machen sich Besinnlichkeit, Gemütlichkeit und Geborgenheit in der öffentlichen Wahrnehmung breit. Dabei ist diese aber oft geprägt von den Perspektiven der Menschen, die sich auch sonst in vorteilhaften sozialen und ökonomischen Positionen befinden. So lässt sich fast vermuten, dass das politische Weltgeschehen, familiäre und andere zwischenmenschliche Zerwürfnisse und all das, was Menschen sonst im Alltag herausfordert an diesen Tagen im Jahr abgeschaltet werden.

Dabei geraten vor allem diejenigen in Vergessenheit, denen es an den Mitteln und Wegen fehlt, um in der Zeit zwischen den Jahren die Augen zu verschließen und sich im Weihnachtszauber zu wälzen.

Wir wollen an diesem Nachmittag einen Raum öffnen, in dem es nicht notwendig ist, sich seiner zerworfenen Familie hinzugeben, gute Laune zu haben oder Geschenke vorzuzeigen.

Ab 16.00 Uhr freuen wir uns, mit euch gemeinsam den Film Moxi – Zeit zurückzuschlagen zu schauen und dabei leckere Getränke und winterliche Knabbereien zu genießen.
Ab 18.00 Uhr gibt es dann ein kostenloses Winter-Menü. Ihr dürft euch auf veganes Gulasch mit Kartoffeln und Rotkraut und einen kleinen Nachtisch freuen.

Es wird auch die Möglichkeit geben, sich das Essen ab 18.00 Uhr zum Mitnehmen abzuholen. Bitte denkt dabei an eigene Behältnisse!

Wir freuen uns auf euch!

PS.: Wenn ihr schon vorher wisst, dass ihr sicher vorbeikommt, dann nehmt doch gerne an unserer Umfrage teil, damit wir das Essen besser planen können: https://www.systemli.org/poll/#/poll/vPf4F8pk9V/participation?encryptionKey=o2B1Cfj2K2GAA5pji916DIVyn6zb5vvz1QEenexZ

Feministischer Kurzfilmabend

 Anlässlich des Tages gegen patriarchale Gewalt laden wir euch am 25.11.2023 um 19:00 Uhr ins Thalia Kino zu einem Kurzfilmabend ein. Wir zeigen 5 Kurzfilme, sowohl deutsche als auch internationale Produktionen, die verschiedene Formen von sexualisierter und patriarchaler Gewalt thematisieren. Diese Filme beleuchten Themen wie verbale und häusliche Gewalt sowie körperliche Übergriffe. Die Filme sollen ein Bewusstsein für die Herausforderungen schaffen, mit denen Frauen und Personen, die von patriarchaler Gewalt betroffen sind, konfrontiert werden, sowie den Widerstand und die Stärke, die es braucht um dagegen anzukämpfen. 
Anschließend gibt es noch einen Austausch mit Expert*innen aus Schutzeinrichtungen, wie der D.I.K. (Dresdner Interventions- und Koordinierungsstelle), in der es möglich sein wird Fragen zu stellen und zu diskutieren. 
 Kommt also gerne vorbei und tauscht euch untereinander aus.

Eintritt: Spendenempfehlung ab 4€ – Die Einnahmen gehen an die D.I.K.

Für Reservierungen schreibt uns bitte eine Mail mit eurem Namen und Ticketanzahl an email hidden; JavaScript is required 

Seht die Reservierung bitte als verbindlich an. Wenn ihr wisst, dass ihr doch nicht mehr kommen wollt/könnt, dann meldet uns das bitte zurück, damit wir die Tickets sonst für andere Personen reservieren können. Danke!

Continue reading

2. Feministischer Klubabend

Wir laden mit großer Vorfreude alle Interessierten zum zweiten Feministischen Klubabend in Dresden ein! Dafür begrüßen wir euch, am 23.11.2023, um 19.00 Uhr im Kaffee Konkurs (Bischofsweg 21, in 01099 Dresden). 
 
Zu Gast haben wir Bettina Wilpert, die aus ihrem Buch „Nichts, was uns passiert“ lesen wird. Der Roman beschreibt einen Vorfall von und den Umgang mit sexualisierter Gewalt innerhalb eines Freundeskreises und greift dabei verschiedene Reaktionen des Umfelds sowie die vielen Mythen um sexualisierte Gewalt auf. Im Anschluss an die Lesung wird es ein Gespräch mit der Autorin geben, bei dem auch Platz für eure Fragen und Gedanken sein wird. Außerdem wird der Buchladen „König Kurt“ vor Ort sein, bei dem ihr sowohl die Romane von Bettina Wilpert als auch andere Lektüre zur Thematik erwerben könnt. 
Mit der Lesung wollen wir thematisch an den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, den 25.11., anknüpfen und unseren Blick auf sexualisierte Gewalt als eine Form patriarchaler Gewalt richten.
 
Aufgrund der sensiblen Thematik ist es uns wichtig, noch einmal darauf hinzuweisen, dass wir alle für einander Verantwortung tragen und an diesem Abend einen Raum schaffen wollen, in dem wir nicht nur auf uns selbst, sondern auch aufeinander achtgeben. 
 
Wir freuen uns auf den gemeinsamen Abend mit euch!