Abtreibungsgeschichten – Lasst uns das Schweigen brechen!

“Let´s Break the Silence! Lasst uns das Schweigen brechen!”

Jeden Tag finden Schwangerschaftabbrüche statt. Jedes Jahr treiben Millionen Menschen weltweit ab und werden niemals über diese Erfahrung sprechen. Denn: sich bewusst für einen Abbruch der Schwangerschaft zu entscheiden, ist noch immer vielerorts verpöhnt, geächtet, bewertet. Menschen werden dafür ausgegrenzt, beschämt, verurteilt und bestraft.
Es wird geschwiegen.

Wir sagen: genug! Lasst uns gemeinsam das Schweigen brechen und über unsere Erfahrungen sprechen. Lasst uns die Erfahrungen so selbstverständlich mit Anderen teilen, wie es die Entscheidung für Abtreibung sein sollte. Lasst uns Scham, Schuld, Stigma und Verurteilung abschaffen.

Unsere Entscheidungen sind klar!
Es sind unsere Körper und unsere Leben! Und unsere Gründe und Geschichten sind so vielfältig wie wir.

Erzählt uns vom Prozedere, wie es für euch war. Und wie es euch dabei ging. Was war zum Kotzen? Zum Verzweifeln? Wer und/oder was hat sich euch in den Weg gestellt? Eure Entscheidung bewertet? Verunsichert? …gestärkt? Was hat euch Kraft gegeben? Wer und/oder was war wichtig? Wer war da? Wie stehst du heute dazu? Wofür müssen wir uns stark machen? Was muss sich ändern? Was muss mitgedacht werden?

Gestaltet dafür eine Postkarte oder macht ein Foto von euch mit eurem Statement. Schickt uns Videoclips, Audiobeiträge. Schickt uns Briefe. Schickt uns euren Text.

Lasst uns mit Schweigen und Stigma brechen!

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https://abtreibungsgeschichten.blackblogs.org

Definitionsmacht – interessiert das eigentlich noch irgendwen?

Schwierigkeiten einer umkämpften Praxis und alternative Umgänge mit sexualisierter Gewalt

Die AS.ISM hat im Februar ein Interview mit uns geführt, in dem unsere Antworten um Einiges kürzer ausfallen. Dieses Interview ist hier erschienen: EAG Berlin
Jetzt haben wir es aber nochmal ausführlicher gemacht, weil’s geht 😉

Gruppenvorstellung:

e*space ist eine seit 2012 bestehende Interessiertengruppe innerhalb von e*vibes – für eine emanzipatorische praxis, die sich mit sexismuskritischer Sensibilisierung, Awareness- und Unterstützungsarbeit, sowie der Frage, ob Räume eine emanzipatorische Wirkung haben können, auseinandersetzt.
Innerhalb dieser Auseinandersetzung geht es uns darum, konkrete Konzepte zum Umgang mit (sexistischer) Diskriminierung, Unterdrückung und Gewalt zu erarbeiten und als Multiplikator_innen mittels Workshops weiterzugeben.

Die Gruppe ist im Zuge der Organisation der “2,7 emanzipatorischen Tage” im April 2012 entstanden und erarbeitete hier bereits ein von uns damals so genanntes “Schutzkonzept”. Eine Auswertung des Konzeptes fand u.a. innerhalb des Themenabends “sexismuskritische Praxis im Diskurs” statt. Auch hat e*space, gemeinsam mit anderen Interessierten den Text “Umgang Miteinander” für das “e*camp – gegen Kapitalismus und sein Geschlechterverhältnis” erarbeitet und die Unterstützungsstruktur auf dem Camp mitgestaltet. Mit dieser haben wir uns inhaltlich im Nachgang beschäftigt. Ein Teil der Ergebnisse wurde 2017 aufgrund des Textes “Inquisition auf dem e*camp 2013” in dem Sammelband “Beißreflexe” veröffentlicht. 2014 haben wir zudem den Text “Wir arbeiten nicht mit Definitionsmacht” veröffentlicht.

Die Gruppe besteht aus Mitgliedern von e*vibes und externen Personen und unsere Arbeit findet unabhängig von e*vibes statt. Es ist eine offene Gruppe und ihr könnt gerne dazukommen, wenn euch die Themen interessieren.
An dem folgenden Interview haben auch Personen teilgenommen, die den “Wir arbeiten nicht mit Definitionsmacht”-Text mit verfasst haben und mittlerweile nicht mehr Teil der Gruppe sind, sowie auch eine Person die erst danach zur Gruppe gekommen ist.

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Feministische Forderungen in Zeiten von Corona

Dies ist eine Übersetzung des Call for a Feminist COVID-19 Politik verschiedener Netzwerke, Organisationen und Aktivistinnen, die gern unterzeichnet werden kann.

Erklärung von Feministinnen und Frauenrechtsorganisationen aus dem globalen Süden und marginalisierten Gemeinschaften im globalen Norden

Wir, die unterzeichnenden Netzwerke, Organisationen und Aktivistinnen, die sich den feministischen Prinzipien und den Menschenrechten von Frauen verpflichtet haben, rufen die Regierungen auf, in ihrer Antwort auf COVID-19 die Menschenrechtsstandards zu beachten und in Übereinstimmung mit ihnen zu handeln und die Prinzipien der Gleichheit und Nichtdiskriminierung zu wahren und die am stärksten marginalisierten Menschen in den Mittelpunkt zu stellen, einschließlich, aber nicht beschränkt auf Frauen, Kinder, ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen, Menschen mit eingeschränkter Gesundheit, Menschen auf dem Land, Menschen ohne Unterkunft, institutionalisierte Menschen, LGBTQI, Flüchtlinge, Migranten, indigene Völker, Staatenlose, Menschenrechtsverteidiger und Menschen in Konflikt- und Kriegsgebieten. Feministische Politik erkennt und priorisiert die Bedürfnisse der am meisten gefährdeten Communities. Über die Reaktion auf diese Pandemie hinaus ist sie notwendig für die Entwicklung friedlicher, integrativer und wohlhabender Gemeinschaften in menschenrechtsorientierten Staaten.

Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die Regierungen einen menschenrechtsorientierten und intersektionellen Ansatz verfolgen, um sicherzustellen, dass jeder während der gegenwärtigen Krise Zugang zu den notwendigen Informationen, Unterstützungssystemen und Ressourcen hat. Wir haben neun zentrale Schwerpunktbereiche erkannt, die im Zusammenhang mit der COVID-19-Krise in Betracht gezogen werden müssen. Sie sind im Folgenden mit kurzen Beschreibungen möglicher Herausforderungen und Empfehlungen aufgeführt, die die gelebten Erfahrungen von Menschen in verletzlicher Lage berücksichtigen – insbesondere von Frauen und Mädchen, die aufgrund ihres Geschlechts, und ihrer sexuellen Orientierung unverhältnismäßig stark betroffen sind – und die die politischen Entscheidungsträger auf Lösungen hinlenken, die ihre Verwundbarkeit nicht verschlimmern oder die bestehende Ungleichheit vergrößern und ihre Menschenrechte gewährleisten.

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In Zeiten von Corona gemeinsam solidarisch sein!

Bini Adamczak: “Die Pandemie lehrt uns, wie verletzlich wir sind und wie abhängig voneinander. Und sie lehrt uns, dass wir nur gemeinschaftlich handeln können und solidarisch – sagt sinngemäß Merkel. Als habe sie nicht nur sozialistische Sozialisation erfahren, sondern auch feministische Philosophie studiert. Wie schade, dass die Erklärung auf den selben Tag fällt, an dem Deutschland die humanitäre Aufnahme von Flüchtenden aussetzt und weitere Abschiebungen erzwingt. Aber eine Ethik der Verletzlichkeit, die einige der Verletzlichsten ausschließt, lügt. Eine Solidarität, die in die Grenzen und den Dienst der Nation gezwungen werden soll, ist keine.

Auch wir finden, dass wir besonders in dieser Zeit solidarisch sein sollten.

Wir haben Plakate, Aufkleber und Flyer gedruckt, die genau darauf aufmerksam machen. Wir werden sie morgen in #Dresden verteilen. Schließt euch gern an oder druckt die Materialien selbst aus, um sie dann in eurem Umfeld zu verteilen!

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Treffen zu Sexualisierter Gewalt muss Ausfallen

Aufgrund der zunehmenden Verbreitung des Coronavirus fallen unsere beiden Folgetreffen zu Umgang mit (sexualisierter) Gewalt aus. Wir werden die Personen die bereits bei den letzten Treffen dabei waren per Mail vernetzen.

Falls du auch noch dazukommen möchtest findet sich sicherlich eine Möglichkeit. Sobald es die Lage wieder zulässt werden wir die Treffen nachholen, vielleicht ergibt sich auch zeitnahe eine Onlineoption.

Bleibt stark und helft einander!

Antifeministische Beschädigungen auf Plakaten zum 8. März

In ganz Dresden wurde anlässlich des internationalen Frauenkampftages eine Plakatierungsaktion durchgeführt. Mit 1500 Plakaten wurde über das gesamte Stadtgebiet verteilt auf Erfolge feministischer Kämpfe hingewiesen. Auch Ziele für zukünftiges Engagement wurden dabei bekannt gemacht.
Dabei wurde offenbar ein Nerv getroffen. Neben vielen positiven Reaktionen mussten wir feststellen, dass unter anderem in Pieschen viele der Plakate durch Sprühfarbe verunstaltet oder zum Teil abgerissen wurden.
Dazu stellen wir fest: Wir lassen uns von der Beschädigung von feminisistischen Plakaten nicht einschüchtern. Wir werden diese antifeministischen Vorgänge auch nicht ignorieren. Sie dienen uns erst recht als Ansporn, weiter für unsere emanzipatorischen Ziele zu kämpfen. 
Und an alle, die denken, sie könnten das mit abgerissenen Plakaten verhindern: arbeitet an euren Vorurteilen und Feindbildern, denn feministische Kämpfe werden nicht verschwinden!
Wir stehen weiterhin für einen lauten, selbstbewussten und öffentlich präsenten Feminismus ein. 
Nicht nur am 8. März, sondern das ganze Jahr. Nicht nur in Dresden, sondern auf der ganzen Welt.

Offenes Treffen zu sexualisierter Gewalt am 02.04. und 15.04.

Wir wollen euch zu weiteren Terminen einladen um über den Umgang mit (sexualisierter) Gewalt, den Vorkommnissen auf Monis Rache und der Fusion zu sprechen und zwar am 02.04.2020 um 19:00 Uhr im AZ Conni (https://www.facebook.com/events/230558711412567/) und am 15.04. (www.facebook.com/events/521794605144004/) (Uhrzeit und Ort werden noch bekannt gegeben). Continue reading

Offenes Treffen zum Umgang mit sex. Gewalt / Monis Rache

Hallo ihr, wir sind e*space, eine Gruppe die in unterschiedlichen Besetzungen seit 2012 vorrangig theoretisch zum Thema “emanzipatorische und kollektive Umgänge mit sexualisierter Gewalt” arbeitet.

Von den Ereignissen um Monis Rache sind wir größtenteils nicht selbst betroffen, vor allem aber tauchen dabei Themen und Fragen auf, mit denen auch wir uns auch immer wieder konfrontiert sehen.

Wir wollen daher versuchen gemeinsam einen Raum zu schaffen, in dem wir uns mit Möglichkeiten, Hindernissen und Grenzen von kollektiven Umgängen mit sexualisierter Gewalt befassen können, der gleichzeitig Platz hat für Betroffenheiten und versucht auf einer kollektiven Ebene Handlungsoptionen zu entwickeln. Continue reading

e*space in der neuen Ausgabe von AS.ISM5

In der aktuellen inzwischen 5. Ausgabe der AS.ISM befindet sich ein Interview mit unserer Interessiertengruppe e*space!

Der Artikel entstand zusammen mit der Berliner Gruppe „Emanzipative & Antifaschistische Gruppe [EAG]“. Definitionsmacht und der Umgang mit sexualisierter Gewalt, auch in der linken Szene, werden kritisch von verschiedenen Seiten beleuchtet.

Wichtig war uns auch, Definitionsmacht nicht völlig zu diskreditieren, da sie in dem Kontext, wo sie herkommt – also Strafrechtskritik, Frauenhäuser etc. – auch relevant und wichtig war und ist.