Diskriminierung keine Bühne geben!

Diskriminierung keine Bühne geben!

Protestiert gemeinsam mit uns gegen den Auftritt von Lisa Eckhart am 20. August in der Freilichtbühne Junge Garde im großen Garten Dresden!

20.08. ab 17:30 auf der Südallee vor dem Eingang zur Jungen Garde.

Lisa Lasselsbgerger geriert sich unter ihrem Alias Eckhart zwar als Kabarettistin,  bedient in ihrem Bühnenprogramm jedoch immer wieder rassistische, antisemitische, sexistische, homo- und transfeindliche Stereotype und Vorurteile.
Unter dem Deckmantel von Kunstfreiheit und Satire reproduziert und verbreitet sie so Rassismus und Antisemitismus.

Viele jüdische und von Rassismus betroffene Stimmen kritisieren Lisa Eckhart scharf. Der Bundesverband RIAS Berlin – Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus) verurteilt einen WDR-Auftritt der Kabarettistin. »Lisa Eckhart macht in ihrem Beitrag keine Witze über Antisemitismus oder Antisemiten, sie gibt vielmehr antisemitische, rassistische, sexistische und behindertenfeindliche Stereotype wieder. Die Stereotype werden dabei in keiner Form ironisch gebrochen, die Komik soll sich durch den vermeintlichen Tabubruch ergeben«, schreibt die Jüdische Allgemeine über sie.

Kabarettist*innen, die auf dem Rücken von Minderheiten sogenannte Satire betreiben, dabei menschenfeindliche und diskriminierende Inhalte verbreiten und damit noch Geld machen, müssen mit Gegenwehr rechnen.
Veranstalter*innen, die derartige Programme unterstützen, ihnen Raum, Öffentlichkeit und eine Bühne geben, sind mitverantwortlich für die Normalisierung von diskriminierenden Einstellungen.
Ebenso sollten sich Besucher*innen der Veranstaltung in der Jungen Garde fragen, ob sie die Verbreitung menschenfeindlicher Aussagen mit ihren Eintrittsgeldern wirklich unterstützen wollen.

Unterschiedliche Bedürfnisse anerkennen

Kürzlich hat unsere Interessiertengruppe e*space diesen Artikel für die Jungle World geschrieben. Hier als PDF: Unterschiedliche Bedürfnisse anerkennen

Forderung nach einer dauerhaften ­Beschäftigung mit sexualisierter Gewalt

Viel zu oft setzen sich Linke erst mit Sexismus innerhalb ihrer Strukturen
auseinander, wenn wieder einmal ein Vorfall öffentlich wird. Es braucht
langfristige Konzepte für den Umgang mit Gewalt und Über­griffen, um aus
Fehlern zu lernen und Kurzschlusshandlungen zu vermeiden.

Der Umgang mit sexualisierter Gewalt in linken Räumen
ist umstritten. Bettina Wilpert hinterfragte gängige Konzepte zur Bewältigung des
Problems kritisch (Sanktionen allein helfen nicht – Jungle World 23/2020), Bilke Schnibbe plädierte dafür, eigene ­Widersprüchlichkeiten auszuhalten (Nutzlose
Täterarbeit in linken Gruppen – Jungle World 24/2020), und die Gruppe ff forderte
eine Reflexion linker Männlichkeit ein (Cis-Typen, macht euch verletzlich! – Jungle
World 25/2020).

Um die Frage zu beantworten, wie ein sinnvoller Umgang mit sexualisierter Gewalt
innerhalb der Linken aussehen soll, müssen wir uns erst einmal alle selbst eingestehen,
dass Sexismus genauso wie Rassismus und damit verbundene Übergriffe
gesamtgesellschaftliche Probleme und somit auch von uns internalisiert sind. Deshalb
braucht es eine dauerhafte Beschäftigung mit diesen Phänomenen. Diese sollte auf vier
Ebenen stattfinden: eine generelle Sensibilisierung für verinnerlichte Ideologien der
Ungleichheit und Förderung von Selbstreflexion; Aufbau von Strukturen zur Unterstützung
von Betroffenen; Weiterentwicklung von Konzepten zur transformativen Arbeit mit
Ausübenden von Gewalt und Diskriminierung; und nicht zuletzt Kämpfe um
gesamtgesellschaftliche Veränderungen, damit Menschen in Zukunft hoffentlich weniger
zu gewalttätigen »misogynen Arschlöchern« (Jungle World 24/2020) werden. Continue reading

Queers For Evacuation!

Mit vielen anderen Menschen, Initiativen und Gruppen haben wir uns als Queers For Evacuation zusammengefunden und unsere Forderungen in folgendem Brief zusammengefasst:

Sehr geehrte Doris Achelwilm, Jens Brandenburg, Karl-Heinz Brunner, Sven Lehmann, Ulle Schauws, Alexander Vogt,

als queere Institutionen, Künstler*innen und Engagierte schreiben wir Ihnen als den queerpolitischen Sprecher*innen und Interessenvertretungen der demokratischen Parteien. Gerade weil viele von uns als lesbische, bisexuelle, schwule, trans*, inter* und queere Menschen Erfahrungen von Gewalt und Diskriminierung machen mussten und weil wir wissen, wie schwer es ist die eigenen Rechte erkämpfen zu müssen, stehen wir an dieser Stelle für Solidarität ein. Solidarität ist für uns universal. Sie hört weder an den deutschen noch an den europäischen Grenzen auf. Sie endet nicht bei der Geschlechtsidentität oder der sexuellen Orientierung. Wir wollen mit diesem offenen Brief aber konkret unsere Solidarität mit geflüchteten Menschen und Menschen auf der Flucht ausdrücken und fordern sichere Fluchtwege und eine menschenwürdige Unterbringung von Geflüchteten. Aus diesem Grund schließen wir uns als #queers4evacuation zusammen.

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Radiofeature: Reaktionäre Randale gegen Reproduktive Rechte

Am 06.06.2020 produzierte femermaid Chemnitz eine fantastische Radioshow zum Thema Abtreibung und reproduktive Gerechtigkeit. Neben Musik und Sachbeiträgen, erwarten euch auch kulturelle Features. Hier findet ihr die komplette Show.

Reaktionäre Randale gegen Reproduktive Rechte
(unser Beitrag zum anhören)

Ein Redebeitrag über die Methoden, mit denen in Sachsen gegen das Recht auf Abtreibung und andere feministische Errungenschaften vorgegangen wird.

In diesem Beitrag möchten wir kurz skizzieren, wie sich in den letzten Jahren der Aktivismus von rechts gewandelt hat. Wir werfen einen Blick auf die verschiedenen Akteure und wie sie unsere Rechte angreifen. Wir sehen uns an, vor welchen Herausforderungen wir gerade aktuell stehen und wie wir dem Rechtsruck begegnen können.

Wie ihr sicherlich wisst, versammeln sich in Annaberg-Buchholz seit 2007 christliche FundamentalistInnen jedes Jahr zu einem Schweigemarsch gegen das Recht auf Abtreibung. Seit 2014 gibt es feministischen Protest dagegen. Dieser hat dafür gesorgt, dass den reaktionären Forderungen gegen das Selbstbestimmungsrecht von Schwangeren vor Ort und in den Medien widersprochen wird.

In Sachsen war lange Zeit die CDU das parlamentarische Sprachrohr der AbtreibungsgegnerInnen. So lief der frühere Fraktionsvorsitzende Steffen Flath viele Jahre in der ersten Reihe des Schweigemarsches mit. Nach innerparteilichen Machtkämpfen ist der Einfluss der evangelikalen Netzwerke in der sächsischen CDU jedoch gesunken. Auch bundesweit sehen erzkonservative AbtreibungsgegnerInnen inzwischen die AfD als besseren parlamentarischen Arm für die Umsetzung ihres Weltbildes an.

Denn während die CDU in letzter Zeit eher vermeidet, sich in der Frage um Schwangerschaftsabbrüche öffentlich zu weit zu exponieren, treibt die AfD die Debatte hier weiter nach rechts. Das ist wenig verwunderlich, denn es gibt breite Überschneidungen in den antifeministischen Positionen der verschiedenen rechten Akteure. So ist Thomas Schneider, der langjährige Organisator des Marsches im Erzgebirge, im Jahr 2013 mit viel Getöse aus der CDU ausgetreten. Er verbreitet regelmäßig Artikel der extrem rechten Zeitung ‚Junge Freiheit‘, hetzt gegen Muslime und zeigt offen seine Nähe zu den Inhalten der AfD.

Genau wie bei Abtreibungsfeinden hat im AfD-Programm nur die deutsche hetero-Kleinfamilie eine Daseinsberechtigung. Wenn man sich das Wahlprogramm genauer anschaut und die politischen Forderungen und Äußerungen der AfD unter die Lupe nimmt, fällt die Misogynie sofort ins Auge. Frauen werden kaum als Individuen mit eigenen Bedürfnissen und unterschiedlichen Lebensentwürfen wahrgenommen. Die Frau bleibt in diesem patriarchalen Weltbild allein interessant wegen ihrer Gebärmutter. Exemplarisch beweist das eine Kleine Anfrage des sächsischen Landtagsabgeordneten Rolf Weigand vom Januar 2020. In dieser fordert er eine Statistik an über “Frauen im gebärfähigen Alter”, und zwar bitte aufgeschlüsselt nach Landkreisen und Nationalität.

Auf Bundesebene treibt Beatrix von Storch den Angriff auf Beratungsstellen und Sexualaufklärung voran. Die umtriebige evangelikale Lobbyistin ist stellvertretende Bundessprecherin der rechten Partei. Schon seit Jahren bemüht sie sich intensiv um die internationale Vernetzung reaktionärer und christlich-fundamentalistischer Akteure. So werden Netzwerke aufgebaut, um die finanziell gut aufgestellten amerikanischen Evangelikalen mit reaktionären Bewegungen in Europa zu verknüpfen.
Trotz der einengenden aktuellen Rechtslage in Deutschland spricht von Storch immer wieder von einer staatlichen Förderung oder Bagatellisierung von Abtreibungen. Dieser will sie einen Riegel vorschieben, und die Finanzierung von unabhängigen Beratungsstellen stoppen. Ganz explizit kritisiert sie dabei die Arbeit von Pro Familia. In Sachsen hat die AfD-Fraktion bereits 2017 mit einer kleinen Anfrage die Beratungsstellen von Pro Familia ins Fadenkreuz genommen, um ihnen die Arbeit zu erschweren. Ziel dieser Strategie ist es, Hilfe suchende Menschen in die Hände von fundamentalistischen Pseudo-Beratungsstellen zu treiben. Dort sollen Schwangere mit psychischem Druck und frei erfundenen Schauermärchen wie dem sogenannten “Post-Abortion-Syndrom” dazu gedrängt werden, keinen Abbruch vornehmen zu lassen. Besonders perfide ist, dass Vereine wie Kaleb und Pro Femina keine Beratungsscheine ausstellen, die für eine legale Abtreibung in Deutschland notwendig sind.

Genau wie andere AbtreibungsgegnerInnen sehen die Feinde sexueller Selbstbestimmung in der AfD in ihrer populistischen Rhetorik verschiedene dunkle Mächte am Werk. So wird nicht nur eine vermeintliche Frühsexualisierung der Kinder im Interesse einer imaginierten Homolobby beschworen, sondern auch finstere Geschäftspraktiken vermutet. Die Rhetorik gleicht dabei bis in Details der Hetze gegen Geflüchtete. Auf der einen Seite wird eine Anti-Abschiebe-Industrie gewittert, auf der anderen eine Abtreibungsindustrie. Beide natürlich mit dem sinistren Ziel, den deutschen Volkskörper zu beschädigen.

Zusammengefasst ergeben die Strategien der AbtreibungsgegnerInnen ein erschreckendes Bild. Doch wir sollten uns nicht einschüchtern lassen. Die Pro-Choice-Bewegung hat schon viele Errungenschaft erkämpft und Angriffe abgewehrt. Wenn wir aufmerksam bleiben, wenn wir unsere Analysen und Aktionen immer wieder aktualisieren sind wir gut aufgestellt, um weitere Verbesserungen durchzusetzen. Denn natürlich sollte unser Ziel nicht die Erhaltung des Status Quo, sondern eine umfassende Anerkennung sexueller und reproduktiver Selbstbestimmung sein.

Dafür müssen wir den Anti-Choice-Kampagnen immer wieder energisch widersprechen. Wir müssen die Darstellung der selbsternannten “Lebensschutzbewegung” entlarven und über ihre antifeministischen Ziele aufklären.
Wenn wir die Kriminalisierung von Abbrüchen endlich beenden wollen, brauchen wir dafür öffentlichen politischen Druck. Und daher rufen wir alle auf, dazu aktiv zu werden, ob auf der Straße, im medialen Diskurs oder durch parlamentarische Initiativen.

Um unseren emanzipatorischen Utopien näher zu kommen, können wir nicht auf staatliche Unterstützung setzen, sondern sollten uns feministisch organisieren.
Denn es geht nicht nur um die Streichung des Anti-Abtreibungs-Paragrafen 218 aus dem Strafgesetzbuch. Es geht um viel mehr. Es geht um eine gute Versorgung mit Informationen und Verhütungsmitteln. Es geht um solidarische Beratung und eine Garantie für sichere, wohnortnahe, kostenfreie Schwangerschaftsabbrüche für alle, die sie brauchen. Zu den Forderungen gehören aber genauso die Unterstützung von Hebammen und Geburtsstationen im ländlichen Raum und eine flächendeckende Gesundheitsversorgung für alle. Nicht zuletzt brauchen wir ein Familienrecht, dass auch Patchwork- und Regenbogenfamilien anerkennt und nicht allein die bürgerliche Kleinfamilie berücksichtigt.
Kurz gesagt: es geht darum, ein selbstbestimmtes, gutes und befreies Leben führen zu können.

Schweigemarsch in Corona-Zeiten

Vorab als Lesetipp der Artikel Informationen über „Pro Choice“ statt „Marsch für das Leben“ in Annaberg-Buchholz bei den Alternativen Dresden News.

Statt einer Demonstration im Erzgebirge gab es dieses Wochenende verschiedene Aktionen rund um reproduktive Rechte.

Den Tag über gab es beim Coloradio Dresden eine Radiosendung, welche ihr gerne noch nachhören könnt. Wir dazu den Beitrag “Reaktionäre Randale gegen Reproduktive Rechte” (mp3) beigesteuert. Darin wird skizziert, wie die AfD als parlamentarischer Arm der AbtreibungsgegnerInnen die Angriffe auf reproduktive Rechte verstärkt, und wie diesen begegnet werden kann. Continue reading

#feministashell

Anlässlich des Internationalen Tages für Frauengesundheit am 28. Mai und Pfingsten als christliches Hochfest, startet das Feminist As Hell Bündnis, ein Zusammenschluss verschiedener Pro Choice Gruppen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Aktionstage unter dem Motto „#AbortioninCrisis – Schwangerschaftsabbruch in der Krise“. 

Im Zuge der Aktionstage vom 28. Mai bis 1. Juni 2020 machen wir auf die schwierige Situation ungewollt schwangerer Menschen aufmerksam. Denn trotz jahrelanger Kämpfe wird die Versorgungslage immer schlechter. Mit verantwortlich dafür sind Konservative, (extrem) Rechte oder auch christlich fundamentalistische Akteur*innen, die sich gegen das Recht auf sicheren und legalen Schwangerschaftsabbruch stellen. Auch diese nimmt das Bündnis im Zuge der Aktionstage in den Fokus.

 

Denn antifeministische Narrative und Ideologien radikaler Abtreibungsgegner*innen haben in diesen Tagen Hochkonjunktur und dürfen nicht unwidersprochen bleiben.

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#Feminizid in Sucksn

Gestern, am 26.05.2020 kam der Mordprozess gegen L. Foinard, wegen zweifachen Mordes an seinen Kindern, sowie versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung an seiner Frau zum Abschluss. 
Er wurde zu einer lebenslangen Haft mit der besonderen Schwere der Schuld verurteilt. 

Ca 20 Personen präsentierten sich im und vorm Landesgericht Dresden zur Urteilsverkündung um im stillen Protest ihre  Solidarität zu bekunden.

Nur dass wir Frauen und Personen der Zivilgesellschaft mit unserer Anwesenheit sichtbar machen, dass sie [die betroffene Mutter]  als Überlebende nicht allein ist, Anteilnahme erfährt und es nicht vergessen wird.“ (Sylvia B. Müller, Präventionsmanagerin Stalking und Intimpartnergewalt)

Auch wir wollen so unsere Solidarität bekunden, denn: Allein ist die betroffene Mutter nicht. Und wir vergessen nicht. Wir benennen.

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