Tag Archives: sexismus

Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie 2017

Auch in diesem Jahr finden an der TU Dresden die Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie statt. Diesmal gibt es auch die Möglichkeit an 5 Veranstaltungen im Rahmen von Studium Generale teilzunehmen, eine Prüfungsleistung (Beleg inform eines Lerntagebuch) zu erbringen und 2 Credits im Aqua-Bereich dafür zu erhalten.

Programm:

mensch selbst sein | 12.11. – Anmeldung erwünscht
Wir wollen gemeinsam mit euch Normen durchbrechen, indem wir uns so kleiden, verhalten und inszenieren*, wie wir uns selbst sehen und Freude daran haben.

Hast du Angst vor’m bösen F*? | 17.11. – Anmeldung nötig
*SG-geeignet*
“Feminismus ist was für Frauen* (und andere Minderheiten) – nicht für Männer*!” Könnte man*/frau* so sehen, bringt aber nichts. Ein Workshop zur kritischen Männlichkeit.

Feminismus – für wen und wozu? | 19.11.
*SG-geeignet*
Warum ist Feminismus (immer noch) nötig und womit kann ich beginnen, wenn ich feministischen Aktivismus für die richtige Sache halte?

LSBTIAQ* | 20.11.
Schon mal was von Neutrois gehört? Asexualität? Quoiromantik? Genderflux?

Film: Rambo – First Blood | 21.11.
Mit Vortrag zu Stereotypen und Klischees von Männlichkeit in Actionfilmen von Tino Heim.

“und wann hattest du dein heterosexuelles coming-out?” | 22.11.
in diesem workshop wollen wir mit euch über heternormativität ins gespräch kommen.

Die bunte Welt jenseites “klassischer” Zweierbeziehungen | 23.11.
Polyamorie und andere nicht-monogame Lebensweisen

Feministischer Stadtrundgang | 26.11.
Wo trafen sich Lesben in der DDR ? Was hat Pegida mit unrasierten Achseln zu tun ? Und wer spült in der Neustadt eigentlich die Teller ab?

Spektrum A – Sex kann man haben, muss man aber nicht | 27.11.
Was ist überhaupt A*sexualität? Welche Orientierungen gibt es noch? Wie gestalten a*sexuelle Menschen ihr Leben und:oder ihre Beziehungen?

Auch schwule Bälle fliegen gut | 29.11.
Homophobie im Fußball?!

Sensibilisierung für Dicken_Fettendiskriminierung | 30.11.
Für Menschen, die nicht von fatshaming betroffen sind.

Reclaim your Fatness! | 1.12. – Anmeldung nötig
Ziel des Workshops ist es, Raum für körperpositive Bestärkung von Menschen zu schaffen, die sonst eher von Beschämung und Diskriminierung aufgrund ihres dicken_fetten* Körpers betroffen sind.

Wer hat Angst vor’m Gender-Wahn? | 4.12.
Ein Überblick über Feminismus und feministische Bewegungen.

Zur Entwicklung und Repression der Lesbenbewegung in der DDR | 04.12.
Im Fokus des Vortrages stehen die Politiken der Lesbenbewegung der DDR, welche in den 1980er Jahren entstand.

Abschlussparty
Feminist Take Over by böse und gemein – Konzerte| 9.12.
Konzerte, Panel, Tuntenshow, Party

Oder auch auf Facebook.

Kundgebung 09.09. in Kassel: Für einen radikalen Feminismus. Keine halben Sachen.

Das neu gegründete Bündnis drift – feminist alliance for communism ruft zu einer wichtigen Kundgebung am 09. September in Kassel auf. Wir teilen hier den Aufruf – auch wenn ihr es nicht zur Kundgebung schafft lohnt sich die Lektüre:


Für einen radikalen Feminismus.
Keine halben Sachen.
Fight nationalism! Fight islamism!

Kassel – irgendwo in Deutschland, irgendwo in Europa.

In Kassel findet derzeit zum 14. Mal die documenta statt. Obwohl es in der diesjährigen documenta viel um Rassismus und Sexismus geht, bleibt das politische Klima in der Stadt selbst für die BesucherInnen quasi unsichtbar: Der reibungslose Ausstellungsbesuch ist wichtiger als Stadtpolitik – daran ändern auch Sparziergänge durch Kassel nichts, die erstmals Teil der documenta sind. Zwar thematisieren sie „Vertreibung und Migration“ oder „Verstrickung von Kunst, Politik und Wirtschaft“, doch gehen sie auf die konkreten gesellschaftlichen Verhältnisse vor Ort nicht ein. Continue reading

Robinson, bitte mach was draus. Das Referat Politische Bildung und die Gesellschaftskritik

Das ‘Referat Politische Bildung’ ist ein Gremium an der TU Dresden. Traditionell organisiert es in jedem Semester eine Ringvorlesung o.ä. mit radikal gesellschaftskritischer Ausrichtung.
Seit zwei Semestern – möglicherweise gibt es einen Zusammenhang zur neuen komplett männlichen* Besetzung des Referats? – werden nur noch vortragende Männer* eingeladen. Zudem sind feministische Perspektiven wie so häufig eine Randerscheinung.
Es ist immer wieder dasselbe. Man wird müde, solche Dinge anzusprechen, aber es muss sein. Das kürzlich veröffentlichte Bekennerinnenschreiben hat uns bestärkt, auch nochmal solche vermeintlich banalen Dinge zu thematisieren. Wir kritisieren deshalb, weil wir wollen, dass es anders wird. Und wir kritisieren euch, weil euer eigener Anspruch euch dazu bewegen müsste, es anders zu machen.

Im Sommersemester 2015 lautete das Thema der Vortragsreihe “Interstellar: Eine kritische Theorie von Gesellschaft, Technik und Fortschritt”. Immerhin redete hier Soziologiedozent Tino Heim über “Geschlecht und Technik”. Keine vortragenden Frauen* in der Reihe – das mit der Technik ist ja auch eher kein Frauenthema. Sarkasmus.
Dieses Semester wurde sich ein ebenso breites Thema gesucht: “Robinson und die Krise. Zur Kritik von Gesellschaft, Wissenschaft und Ökonomie”. Ein ziemlich ambitioniertes Vorhaben. Sieht man sich das Programm an, fällt auf: Es reden nur weiße Männer*. Wie wurden sie ausgewählt?

Vielleicht wurden sie gewählt, weil sie ‘Namen’ haben. Vortragende werden oft so eingeladen: Man sucht nach Leuten mit Publikationen oder bereits gehaltetenen Vorträgen zu einem bestimmten Thema oder in bestimmten Zirkeln (z.B. ça ira-Verlags-Umfeld). Der Weg in bestimmte Zirkel, so sympathisch sie sein mögen, oder hin zu einer Veröffentlichung ist aber durch gender und race uvm. bedingt. Vielleicht muss man da auch mal auf anderen Wegen suchen?
Vielleicht wurden sie auch einfach deshalb gewählt, weil sie eben inhaltlich Richtiges und Wichtiges sagen. Nur: Gibt es keine Menschen of Color, keine Schwarzen Menschen, keine Frauen*, Inter* oder Trans*, die Kluges zur Krise zu sagen haben? Zur Kritik an Gesellschaft, Wissenschaft und Ökonomie? Nicht euer Ernst. Ob ihr ihnen auch genügend Intellekt ZUSPRECHT und sie als Sprecher_innen oder Autor_innen ernst nehmt, ist die andere Frage. Vor allem, wenn es um die HARTEN Themen geht (= alles außer Feminismus). Sarkasmus.

Niemand will Leute einladen, die inhaltlich nicht passen, bloß weil sie Frauen* sind. Dass das quatsch wäre, ist ja wohl klar. Mit diesem abwehrenden Standard-Missverständnis wird nur gern weggewischt, dass man die Frauen*, die inhaltlich passen, nicht einlädt. Continue reading

Bekennerinnenschreiben “Punk ist dann tot, wenn er ein beschissener Männerverein ist.”

Uns wurde per Mail folgendes Schreiben mit der Bitte um Veröffentlichung zugespielt. Dieser Bitte kommen wir gern nach:

“Ich möchte mich dazu bekennen, was ich getan habe und erklären, was das sollte. Bei Bekennerinnenschreiben denkt man gleich an strafrechtlich relevante Handlungen, in diesem Fall war es keine. Eigentlich eine ganz einfache Geschichte, aber so einfach fand ich es gar nicht. Also:

Am Freitag, 11.12.2015 fand die Klatschcafé-Soliparty statt. Das Klatschcafé ist eine super Sache, und außerdem wollte ich das letzte Konzert von Mengenrabatz nicht verpassen. Was ich gemacht habe: Ich ging zwischen zwei Songs auf die Bühne und sagte durchs Mikro: “Punk ist dann tot, wenn er ein beschissener Männerverein ist. Auf der Bühne; und vor der Bühne.”
Was war passiert, warum diese Intervention? Eigentlich nichts Besonderes, und das ist auch schon Teil des Problems: Continue reading