Monthly Archives: März 2016

Applaus für Kelle

Auf Indymedia Linksunten fanden wir diese Pressemitteilung von Kommando Kelle:

Am Dienstag, den 22.3.2016 protestierten die feministischen Klatschfreund_innen des „Kommando Kelle“ lautstark gegen eine Veranstaltung der CDU mit Birgit Kelle in und am Haus an der Kreuzkirche. Eingeladen hatten die beiden CDU Bundestagsabgeordneten Arnold Vaatz und Andreas Lämmel unter dem Motto „Mal ernsthaft: Mit Gendergaga gegen das arabische Frauenbild?“. Den Auftritt von Birgit Kelle nahmen unter anderem ein Bündnis aus dem ‚Gerede homo, bi und trans e.V.‘, ‚CSD Dresden e.V.‘ und anderen Organisationen und Parteien zum Anlass eine Kundgebung „Für Toleranz, gegen Fremdenfeidlichkeit und Homophobie“ zu veranstalten. Doch auch innerhalb der Veranstaltung kam es zu lautstarkem Gegenprotest, wodurch die sogenannte „Expertin für Genderfragen“ für ca. 40 Minuten nicht zu Wort kam.

Der kreative Protest äußerte sich durch lauten Beifall, Rufen, das Trommeln mit Füßen, das Hochhalten einer Regenbogenfahne und Seifenblasen, sowie geöffneten Blusen mit Slogans wie „Gendergaga“ und „Homolobby“ auf den Dekolletés. Das nicht ganz so euphorische, restliche Publikum zeigte sich zunächst irritiert und handlungsunfähig. Als den Veranstalter_innen dämmerte, dass die Klatscher_innen Birgit Kelle nicht zu Wort kommen lassen würden, kippte die Stimmung in latente Aggressionen um: Diese reichten von Ausspruch eines Hausverbotes, die Androhung die Polizei zu holen, bis hin zu penetranten Videoaufnahmen, Beleidigungen und Handgreiflichkeiten. Zwischenzeitlich war sich das Publikum zumindest kurzzeitig einig gemeinsam „Meinungsfreiheit“ zu skandieren. Die Meinungsfreiheit wurde dadurch beendet, dass die Polizei die unbequemen Aktivist_innen aus dem Veranstaltungssaal beförderten.

Luca Schelle-Löffler, Pressesprecher_in von „Kommando Kelle“ sagt dazu: „Es ist nicht verwunderlich, dass gerade die sächsische CDU Birgit Kelle einlädt. Diese Partei propagiert bekanntlich ein 50er Jahre Frauenbild, einschließlich einer diversität-ablehnenden Heteronormativität. Berührungsängste scheint die CDU darüber hinaus auch nicht zur neuen Rechten zu haben“. Birgit Kelle pflegt auch engen Kontakt zu Beatrix von Storch.

Luca Schelle-Löffler führt fort: „Im sächsischen Landtag wurde sie im September 2015 als Beraterin für den ‚Aktionsplan zur Akzeptanz der Vielfalt von Lebensweisen‘ von der CDU berufen. Gegen das Baden-Württembergische Äquivalent des Bildungsplans hingegen organisiert sie mit Beatrix von Storch’s Organisation ‚zivile Koalition‘ antifeministische Proteste. Die ‚zivile Koalition‘ ist Vorfeldorganisation der AFD, welche am 30. April 2016 ihren Parteitag in Stuttgart abhält. Unter anderem wegen den antifeministischen Inhalten dieser Partei werden im Rahmen der Kampagne ‚Nationalismus ist keine Alternative‘ Gegenproteste zu diesem Parteitag organisiert.“

Abschließend erklärt Luca Schelle-Löffler: „Diese Veranstaltung reiht sich ein in Dresdner Kontinuitäten von rassistischen, antifeministischen und islamfeindlichen Ressentiments.“

Desweiteren haben sich die Sächsische Zeitung, die DNN und der MDR zu Wort gemeldet.

Birgit Kelle in Dresden

Die CDU hat mal wieder die die homophobe, rassistische und antifeministische Autorin Birgit Kelle nach Dresden eingeladen.
Bereits im September sprach sie als vermeintliche Expertin vor dem Landtag zum Thema „Aktionsplan zur Akzeptanz der Vielfalt von Lebensweisen“.

Nun soll sie am Dienstag, den 22.03., um 17h im Haus an der Kreuzkirche sprechen. Dieses Mal im Rahmen eines Podiumsgesprächs zum Thema „Mit Gendergaga gegen das arabische Frauenbild“.

Eine Gegenkundgebung ist ab 16:30h vor dem Gebäude angemeldet.

Wünschenswert wären weitere kreative Interventionen!
See you there!

Feministische Sachbeschädigung in Dresden. Bekenner_innenschreiben und Pressespiegel

Auch uns erreichten Infos über eine feministische Sachbeschädigung in Dresden. Wir wollen das Bekenner*innenschreiben und ein paar Presseberichte mit euch teilen:

„Dieser Ort ist nur einer von vielen – Kampf dem patriarchalen Normalzustand!“

Wir haben die Schnauze voll. Am hellichten Tag wird hier eine Frau vergewaltigt. Ein Mann drückt sie auf eine Bank, zerrt sie ins Gebüsch und vergewaltigt sie. Leute laufen vorbei und tun nichts. Auch jetzt sieht man dem Ort nicht an, was passiert ist. Das wird sich ändern. Auf diese Bank wird man sich nicht mehr gemütlich setzen können.

Am 27.02.2016 hat die Vergewaltigung auf dem Albertplatz in Dresden stattgefunden. Es interessiert keine Sau, wenn wie hier der Täter weißer Sachse ist. Solche Vorfälle werden aber dann skandalisiert, wenn wie in Köln manche Täter Geflüchtete sind.
Um die betroffenen Frauen geht es den sexistischen und rassistischen Deutschen nur, wenn es die vermeintlich „eigenen“ Frauen sind. Staatseigene Körper, die vor dem „Anderen“ beschützt werden müssten. Piss off!

Diese Vergewaltigung ist kein Einzelfall, sondern nur eine sichtbare Spitze des Eisbergs:
Jede achte Frau in Deutschland wird in ihrem Leben Opfer von Vergewaltigung.
Auch Menschen anderer Geschlechter sind betroffen, die Masse jedoch richtet von sich von Männer gegen Frauen. Diese Form der Gewalt wird gestützt von patriarchalen Geschlechterverhältnissen, die in unserer Gesellschaft herrschen.
Die wenigsten Vergewaltigungen werden überhaupt angezeigt. Das hängt einerseits damit zusammen, dass Frauen oft nicht geglaubt wird, ihnen selbst die Schuld gegeben wird, so dass der Weg durch Polizei und Justiz zum Spießrutenlauf wird. Zudem finden die wenigsten Vergewaltigungen so wie hier im öffentlichen Raum statt. „Der fremde Mann im Gebüsch“ ist ein leider sehr zäher Mythos. 90% aller Vergewaltigungen finden in Familie, Ehe, Beziehungen und näherem Umfeld statt.

Diese Bank ist also nur die öffentliche Spitze des Eisbergs namens patriarchaler Normalzustand, dessen Gewaltförmigkeit wir hiermit sichtbar machen.

Wir greifen ihn an in Solidarität mit allen Betroffenen sexualisierter Gewalt.
Schließen wir uns zusammen und zertrümmern wir den Eisberg!

Ihr werdet unsere Wut so lange zu spüren bekommen, bis sich jeder Mensch überall frei und sicher bewegen kann.

Filiz, Natasha, Alex, Malenga, Ceyda, Flori

Quelle: linksunten.indymedia.org
Dort findet man auch mehrere Fotos.
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Presse-/Medienberichte:

Dresdner Neueste Nachrichten

Radio Dresden
bzw. Hitradio RTL

Neustadt-Geflüster

Polizeibericht Dresden

Sächsische Zeitung (leider nur für Abo-Inhaber_innen)

Alternative Dresden News

und die beste Schlagzeile zum Schluss 😉 MOPO 24

Sollte, Hätte, Könnte, Würde, Wöllte, MACHEN!!

++Offenes Plenum für Interessierte und Frühjahrsputz++

Das cafém lädt auch wieder diesen 3. März-Sonntag ein und es ist ein ganz großer Termin. Wir sind ehrlich – es steckt in einer kleinen Krise. Aus dem Grund erfindet es sich gerade neu und soll in Zukunft sehr viel interaktiver werden. Gemeinsam mit euch wollen wir überlegen, wie ihr euch den Raum in Zukunft vorstellt und wie wir ihn gemeinsam mit Leben füllen können. Damit es weiterhin existiert, suchen wir ganz dringend Mitmacher*innen.
Dafür möchten wir euch 15 UHR zum 1. ÖFFENTLICHEN PLENUM einladen. Erscheint gerne zahlreich und bringt eigene Ideen und Vorschläge mit/ein. Lasst uns das cafém in Zukunft zu einem experimentellen Open Space machen, der inkludierend nutzbar – von euch selbst gemacht – sein kann, natürlich auch immer noch gerne mit Überlegungen für Sonderveranstaltungen, wie größeren Workshop’s oder Vorträgen. Wir freuen uns auf euch!

++ Weitere Themen++
_Rückblick auf die 12. März Demo in Leipzig
_Gestaltung der neuen cafém- Flyer
_cafém – Schildreparatur
_evtl. Film

Wie immer wird es ein veganes Buffet, Kaffee und Tee geben. Wir freuen uns, wenn auch ihr eine Kleinigkeit mitbringt oder/und eine Spende da lasst. Eine Spieleecke für die Kleinen, eine Leseecke mit Büchern/ Zines, Raum zum Quatschen und Rumhängen gibt’s natürlich auch.

cafém – feminismus zum kennen_lernen: 14- 20 Uhr
Öffentliches Plenum: 15:00 Uhr
Mehr Infos: evibes.org/cafem

„Wir sind viel schlimmer als wir dachten, sind von uns selbst geschockt.“

Gedanken zu feministischer Militanz

Was soll der Scheiß mit den Frauen*, die entweder friedlich oder „zickig“ sind? Wie verhalten sich Weiblichkeit und Aggression zueinander? Wie überwinden wir in der politischen Praxis die Freundlichkeit/das Lächeln, das wir gelernt haben? Was heißt Militanz für uns, was kann feministische Militanz sein? Auf jeden Fall mehr als nur ein Mix aus feministischen Parolen mit dem, was Typen auf Demos immer machen. Wie soll „unsere“ Militanz aussehen, ohne einfach bei den schon bestehenden Formen „auch dabei“ zu sein? Welche Beispiele feministischer Militanz hat es gegeben? Und was jetzt, wohin mit der Wut?
Link zum Video

Wann? 09.03.2016, 18:00 Uhr (!!! Uhrzeit wurde geändert !!!)
Wo? kosmotique, Martin-Luther-Str. 13, 01099 Dresden