Monthly Archives: Juni 2015

Infostand und Vortrag auf der Fusion

Nach dem cafém von letzem Sonntag steht schon die nächste Veranstaltung an: Die Fusion.
Wir werden an der Oase einen Infostand haben und unseren Vortrag zu „Geschlecht und Kapitalismus“ halten.

Am Infostand erhaltet ihr nicht nur Zines, Aufkleber und Klebeband, sondern auch die letzten Stücke unseres Projektes „Feminismus in die_der Öffentlichkeit tragen“.
Schaut einfach mal vorbei – wir freuen uns über Besuch! 🙂

Es gibt es auch andere spannende Inputs, so macht das WTF-Bündnis aus Berlin einen „Mobi-Workshop“ zum Fundi-Marsch in Berlin:

Ein Teil des Workshops wird eine inhaltliche Einführung in das Thema Lebensschutzbewegung sein. Wir würden den Workshop bestenfalls aber auch als Vernetzungsplattform nutzen wollen, bei dem wir uns mit anderen Menschen, die Gegenproteste zu solchen Märschen veranstalten oder in den Bündnissen aktiv sind, politische Strategien überlegen. Und da die Fusion immernoch ein Ort ist, zu dem viele Linke kommen, dachten wir das bietet sich an.

Falls ihr also auf der Fusion seid:
Donnerstag 20-22 Uhr
Samstag 13-15 Uhr

Da die Workshop-Orga ein ziemliches Durcheinander ist, haben wir noch nicht so ganz verstanden wo genau der Workshop stattfinden wird, aber sie sind am oder im oder neben dem Workshop-Hangar, soviel ist klar.

cafém im Juni: Waffeln, Kaffee und ein Film

Der Juni wird gemütlich: wir wollen Waffel backen, Kaffee trinken und uns mit euch unterhalten! Es geht ein bisschen später los als sonst: in der Zeit von 16:00 – 20:00 Uhr könnt ihr uns in der kosmotique antreffen. Es wird neben den Waffeln wie immer einen kleinen Brunch geben, zu dem ihr gern etwas mitbringen könnt. Außerdem erwarten euch viele neue zines und wer Lust hat kann um 17:00 Uhr auch noch einen britischen Film (OmU) aus dem Jahr 2014 vom Regisseur Matthew Warchus schauen. Dieser erzählt, basierend auf einer wahren Geschichte, von einer Gruppe homosexueller Aktivist_innen, die sich 1984 für die streikenden Bergleute einsetzten.

cafém: 16:00 – 20:00 Uhr
Film: 17:00 Uhr
@kosmotique // Martin-Luther-Str. 13 // Dresden
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Grußwort vom Bündnis für Sexuelle Selbstbestimmung Berlin

Wir haben euch ja bereits von unserem Soli-Brief an sowie der Antwort von Feminist Fightback erzählt. Am Montag konnten wir uns dann erneut über Soli-Grüße für unseren Protest gegen den Schweigemarsch in Annaberg-Buchholz freuen – das Bündnis für Sexuelle Selbstbestimmung Berlin schrieb:

Liebe Mitstreiter_innen in Annaberg-Buchholz,
so wie Eure Solidaritätsbekundung an die Feminist Fight Back in London die dortigen Proteste gegen die Abtreibungsgenner_innen unterstützt hat, so wünschen wir vom Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung in Berlin Euch durch unsere Solidaritätsbekundung eine erfolgreiche Gegenkundgebung und das erfolgreiche Eintreten gegen die Angriffe auf die Selbstbestimmungsrechte in Annaberg-Buchholz, im Land Sachsen und darüber hinaus.
Auch in Berlin erleben wir im Rahmen der „Märsche für das Leben“, dass in Teilen der Gesellschaft eine Entwicklung stattfindet, die in größer werdendem Ausmaß unser aller Selbstbestimmungsrechte negiert und verstärkt Druck ausübt mit den Mitteln christlich-fundamentalistischer Ideologien. Die Gegner_innen des Rechts auf einen Schwangerschaftsabbruch organisieren militante Aktionen wie „Gehsteig-Beratungen“ vor medizinischen Einrichtungen und schüchtern Frauen ein, die Hilfe suchen. Sie diffamieren Mediziner_innen als „Massentöter“ oder machen gegen Sexualaufklärung an Schulen mobil. Die Idealisierung von traditioneller Familie und Heterosexualität als Norm als auch die Verteufelung alternativer Lebensentwürfe entspringt einer selbst zugeschriebenen „Kultur des Eintretens für das Leben“. Jede nicht traditionelle Lebensweise wird von diesen Menschen abgelehnt, diffamiert und bedroht.
Der Kampf gegen Entmündigung und Bevormundung ist ein zentraler Bestandteil der feministischen Bewegung. Er wendet sich gegen patriarchale Herrschaftsverhältnisse, die Nährboden sind für Forderungen nach einem Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen oder sexualpädagogischen Angeboten.
Das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung in Berlin wird auch in diesem Jahr wieder mit hoffentlich großer Beteiligung dafür sorgen, dass die ideologischen Phrasen, die zu hören sein werden, nicht unwidersprochen bleiben. Um der zunehmenden Zahl an „Lebensschützern“ zu begegnen, sind allerdings ein starkes Bündnis und eine breite gesellschaftliche Unterstützung notwendig. Für den 19.09 laden wir euch herzlich nach Berlin ein, um dort gemeinsam gegen den „Marsch für das Leben“ zu protestieren.
Für Eure heutige Kundgebung Gegen den Schweigemarsch der Fundamentalist_innen – Für das Recht auf Schwangerschaftsabbruch! wünschen wir Euch viel Erfolg und schicken euch viele Grüße der Solidarität!

Pressemitteilung zu Demonstration und Protest in Annaberg-Buchholz

Wir haben heute die folgende Pressemitteilung herausgegeben, in der Hoffnung, dass sich unsere Forderungen auch medial verbreiten. Der MDR hat schon im Vorfeld über Schweigemarsch und Protest berichtet, von der Freien Presse gibt es eine Kurzmeldung mit schickem Foto und einen kleinen Artikel.

Von uns wird es auch einen ausführlichen Artikel geben (dann hier und bei Indymedia zu finden), da eine PM den Tag kaum zufriedenstellend zusammenfassen kann. Wir möchten auch die aktuelle Lage bei den evangelikalen Fundis näher beleuchten – ihr könnt also gespannt sein.


Sehr geehrte Journalist_innen, wir bitten freundlich um die Beachtung der Pressemitteilung.

Annaberg-Buchholz, 01.06.2015: +++ Protest gegen fundamentalistischen “Schweigemarsch” im Erzgebirge + Ultrakonservative wollen Schwangerschaftsabbruch kriminalisieren + lautstarker Protest von feministischen Gruppen +++

01.06.2015, Annaberg-Buchholz:

Am Montagnachmittag demonstrierten in Annaberg-Buchholz mehr als 200 Menschen unter dem Motto: “Für unbefleckte Abtreibung – Weg mit §218!”, um feministische Inhalte in die Öffentlichkeit zu tragen. Anlass dafür war der sogenannte “Schweigemarsch für das Leben” von christlich-fundamentalistischen Abtreibungsgegner_innen.

Pauline Heinze vom Bündnis „Pro Choice Sachsen“ erklärte, warum Menschen gegen diesen „Schweigemarsch“ auf die Straße gehen: “Weil wir das Gefühl haben, das feministische Rechte, die erkämpft wurden, immer mehr bedroht werden, durch eine antifeministische Rhetorik die gerade sehr anschlussfähig scheint.”

Bei mehreren Kundgebungen während und am Ende der Demonstration wurde in verschiedenen Redebeiträgen das Recht auf Selbstbestimmung von schwangeren Menschen propagiert und deren bestmögliche Unterstützung gefordert. Die Pläne der Abtreibungsgegner_innen wurden als reaktionär und frauenfeindlich abgelehnt. Als besonders perfide stellt sich der Versuch der CDL („Christdemokraten für das Leben“) dar, Schwangerschaftsabbrüche auf eine Stufe mit dem Euthanasieprogramm der NS-Zeit zu stellen. Eva Brackelmann, Vorsitzende der Frauen in der SPD Sachsen, sagte dazu: “Ich finde diesen Vergleich hochgradig unanständig.”

Bei „Schweigemärschen“ wie etwa in Annaberg-Buchholz nehmen auch bekanntere Politiker_innen teil. Dieses Jahr nahm die Bundesvorsitzende der CDL Mechthild Löhr teil. Auf einer vergleichbaren Demonstation in Berlin lief u.a. die Europaabgeordnete der AfD, Beatrix von Storch, mit.

Schon am Erzgebirgsklinikum, dem Startpunkt der Fundamentalist_innen, wehte dem “Schweigemarsch” Protest entgegen. Eine kleinere Gruppe feministischer Demonstrant_innen erschien mit einem Transparent direkt vor der christlich-fundamentalistischen Demonstration und setzte so einen deutlich sichtbaren Kontrapunkt.

Auch an zwei weiteren Stellen, wo sich „Schweigemarsch“ und Gegendemonstration begegneten, gab es lauten und kreativen Protest der feministischen Demonstrant_innen, um die reaktionären Forderungen der CDL nicht unwidersprochen zu lassen.

Nach der Abschlusskundgebung auf dem Marktplatz kam es kurzzeitig zu einem willkürlichen Eingreifen der Polizei, dass sich die Sprecherin des Bündnisses, Gloria Lust, nicht erklären kann: „Wir können die sinnlose Polizeigewalt nach dem Ende der vollkommen friedlichen Demo nicht verstehen. Offenbar sollen hier in Annaberg-Buchholz feministische Proteste in ein schlechtes Licht gerückt werden. Wir verurteilen das grundlose und gewaltsame Vorgehen der Polizei zutiefst.“

Zum Protest hatte das Bündnis “Pro Choice Sachsen” aufgerufen. Der Zusammenschluss mehrerer Initiativen und Vereine fordert unter anderem die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen, welche nach §218 StGB in Deutschland immer noch illegal sind und nur unter bestimmten Umständen straffrei bleiben. Weltweit gibt es immer wieder Versuche von Konservativen, bestehende gesetzliche Regelungen zu verschlechtern.

Weitere Informationen finden Sie unter www.schweigemarsch-stoppen.de, bei Fragen wenden Sie sich bitte an: pro-choice@riseup.net